Kategorie-Archiv: Spanien

El Mareny de Barraquetes – Tarifa, 16.5. – 7.6.15

Wir haben mit unserem Material zu kämpfen: Meios Pedallager ist bereits hin, Livias Veloständer ist abgebrochen, unser Solarpanel hat den Geist aufgegeben und der Bildschirm des Tablets ist gebrochen. Die ersten beiden Defekte lassen sich unkompliziert hier vor Ort regeln, zumal Livias Veloständer direkt vor einem Veloshop abbricht. 🙂 Auf das Solarpanel wolllen wir nicht verzichten und etwa vergleichbares ist hier in Spanien nicht zu finden, daher beschliessen wir, uns ein neues schicken zu lassen. Wir lassen es uns auf einen Campingplatz in Aguilas schicken, wo wir einige Tage später sein werden. Auf dem Weg nach Aguilas machen wir Bekanntschaft mit anderen Fernradlern. Unter anderem mit Tyson aus San Diego, der auch nach Afrika unterwegs ist und den Kontinet gar umrunden will.Radlerkollege Tyson aus San Diego fährt auch nach Afrika
Ansonsten führt uns der Weg durch schöne, hügelige Landschaften, die zunehmend trockener werden. Morgens sehen wir oft Hasen und hie und da auch mal eine Schlange, die sich am Strassenrand aufwärmt.


In Aguilas warten wir bis das Päckli kommt und vertreiben uns die Zeit mit baden und schnorcheln in den zahlreichen schönen Buchten in der Gegend.


Nach 10 Tagen ist das Päckli immer noch nicht da – und es wird auch nicht mehr kommen. Es wird vom Zoll in Madrid, wo es seit einigen Tagen liegt, wieder zurück nach Hause geschickt. Der spanische Zoll hätte eine Identitätsnachweis des Empfängers gebraucht, um das Päckli weiterzuschicken. Da aber laut Zoll angeblich Livias Name nicht als Empfängerin auf dem Päckli angegeben war, sondern nur der des Campingplatzes, konnten wir diesen ID-Nachweis nicht einreichen, dies hätte der Campingplatz machen müssen. Die Besitzerin des Campingplatzes war jedoch nicht bereit dazu. So blieb nur noch die Retournierung übrig. Also müssen wir nun ohne Solarpanel auskommen – zumindest bis Marokko, wo uns Sophie (Meios Oma) besuchen kommt und unser neues Solarpanel gleich mitbringt. 🙂

Nach der Zwangspause in Aguilas stürzen wir uns freudig wieder in unseren Fahralltag und geben gleich richtig Gas. In nur 6 Tagen erreichen wir Tarifa (582 km). Es sind 6 kurzweilige Tage: schöne Landschaften, viele Höhenmeter (ja, Europas Süden ist durchaus bergig, 15´150 Höhenmeter Anstieg haben wir bisher überwunden), wild campen, vorbei an Almerias Gewächshausmeer, viele Schnellstrassenkilometer (mangels sinnvollen Alternativen), unsere erste Reifenpanne und erstmals richtig schmerzende Hintern.


Bevors nun endlich nach Afrika geht, verbringen wir zwei Tage in Tarifa. Nebst Veloservice und „Hausputz“ soll auch das Vergnügen nicht zu kurz kommen: wie nehmen an einer Wal- und Delfinbeobachtungs-Tour teil. Delfine und Grindwale sind hier das ganez Jahr über anzutreffen. In den Sommermonaten halten sich ausserdem Pott,- Schwert- und Finnwale auf. Die nahrungsreichen Gewässer der Strasse von Gibraltar bewegen die Tiere dazu, sich hier aufzuhalten, oblwohl sie sonst viel befahrene Gewässer eher meiden (gut 300 Schiffe verkehren hier täglich!). Wir konnten einen Pottwal und eine Gruppe Delfine beobachten.

 

 

Mataro – Corinto, 7. – 15. Mai 2015

Nach einem Monat unterwegs konnte Meio seine Lust auf Fleisch nicht länger unterdrücken und es wurden Hamburger gebraten. Sie schmeckten hervorragend 🙂tmp_22812-20150515162441002008616641
In Barcelona verbrachten wir ein schönes Wochenende mit unserem Besuch aus Balzers und verwöhnten uns mit gutem Essen, feinen Cocktails und schlenderten duch die Stadt – bzw. liessen uns fahren 🙂
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Noch am Sonntag war die kurze Auszeit zu Ende. Wir sattelten unsere Räder wieder und kämpften uns durch den Verkehr aus der Stadt hinaus. Unser normale Fahralltag begann wieder. Es war von allem etwas dabei: Schellstrassen (zum Glück mit breitem Velostreifen), schöne Land- und Feldstrassen, aber auch steile Schotterwege, so dass uns schieben (ca. 3 km) nicht erspart wurde.
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Meios Gepäcksträger ist erneut gebrochen – nun hat er ihn selbst repariert bzw. verstärkt. Wir sind guter Dinge, dass ess nun hält 🙂 Wir kommen guwt vorwärts und unser Tageskilometer-Rekord liegt bei 102 km :). Im Schnitt sind es aber 70 km am Tag. Wir haben nach wie vor viele schöne Tage und es wird zunehmend wärmer.

Wir fühlen uns wohl und haben uns in unserem Veloalltag gut eingelebt. In Kleinigkeiten im Alltag merken wir, das es aber schon jetzt nicht mehr ist wie zu Hause. So gehört die eigene WC-Papierrolle bei Gang zur Toilette einfach dazu, im Strassenverkehr angehupt zu werden irritiert uns nicht mehr, die geschwindigkeitsdrosselden Schwellen vor jedem Zebrastreifen, vor jeder Kreuzung, vor jedem Kreisel – gern auch einfach mal zwischendrin, stören uns (fast) nicht mehr. Auch eine angenehme Wassertemperatur und -menge beim Duschen ist schon jetzt ein Glücksgriff, nur als wir zwischen Orangenplantagen auf einem schönen Feldweg plötzlich realisierten, dass die (teils leicht bekeideten) Damen nicht Orangen pflücken, sondern auf (männliche) Kundschaft warten, waren wir doch etwas überrascht 🙂

Les Saintes Maries de la mer – Pineda de mer, 25. April – 6. Mai 2015

Das Päckli hat seinen Weg schliesslich noch zu uns gefunden und das Kochen funktioniert wieder einwandfrei. Nach den Tagen in Les Saintes Maries fahren wir weiter der südfranzösischen Küste entlang – immer Richtung Spanien. Inzwischen erleben wir unseren ersten richtigen Regentag, finden (nach langem Suchen) jemanden der Alu schweisst um Meios Gepäcksträger zu flicken (Schweissnähte sind gebrochen…) und machen erste Erfahrungen mit Wasserdurchfahrten, Sandpisten und Velowegen, die für unser Verständnis eher als Trampelpfade zu bezeichnen wären. Kurz vor der Grenze verlassen wir die Küstenregion und erreichen Spanien, nach einigen strengen Anstiegen, im Landesinneren. Spanien begrüsst uns mit herrlichen Landschaften und angenehmen Fahrtagen. So vergehen die Tage wie im Flug, in denen nebst Zelt abbrechen, Velo bepacken, Velofahren, einkaufen, Übernachtunsplatz suchen, Zelt aufbauen, kochen, essen, Routenplanung, Fotos u. Filme sortieren und Tagebuchführen nicht mehr viel Platz ist. Nach acht Fahrtagen legen wir in Pineda de mer einen Pausetag ein, bevor wir am Freitag in Barcelona sein werden, wo wir ein Wochenende mit Michèle und Adi verbringen. Wir freuen uns! 🙂