Archiv für den Monat: April 2015

Monaco – Les Saintes Maries de la mer, 20. – 24. April 2015

Von Monaco aus geht es weiter nach Istres, Arles und schliesslich nach Les Saintes Maries de la mer. Besonders die Strecke von Arles nach Saintes Maries ist sehr schön. Wir fahren abseits der Hauptsrasse durch weite Landschaften, sehen weisse Pferde, schwarze Stiere, das Meer und Flamingos – ja, wir sind in der Camargue.
In Saintes Maries de la mer angekommen, führt uns unser Weg gleich zum Bureau de Poste um unser Päckli abzuholen. Leider ist es noch nicht da. Die freundliche Postangestellte schaut uns aber gleich nach, wo es ist und wann es kommen sollte. Dabei stellt sich heraus, dass es durchaus bereits in Frankreich ist, und auch in Saintes Maries, jedoch in Sainte Maries (ohne „les“) bei le Barcares im Bezirk Pyrenees-Orientales und nicht in Les Saintes Maries de la mer im Departement Bouches-du-Rhone, wo wir uns jetzt aufhalten … was für ein Ärger! Da muss Livia wohl beim Adresse raussuchen mit den Postleitzahlen durcheinander geraten sein … Dank der Hilfe der netten Dame am Schalter, können wir veranlassen, dass es hier nach Les Saintes Maries geschickt wird – es sollte Samstag hier sein 🙂

Wir bleiben also einen Tag länger in Les Saintes Maries und geniessen die schöne Landschaft und das Meer und nutzen die Zeit für Velowartung und Wäsche waschen.

Genua – Monaco, 14. – 19. April 2015

Wir geniessen die Sonne, das Meer und Pizza und Gelati in Genua. Leider geht uns hier auch unser Campingkocher kaputt und das Aufladen der Kameraakkus via Solarpenal funktioniert nicht so, wie es sollte. Wir fahren weiter Richtung französische Grenze und versuchen unterwegs entsprechende Ersatzteile zu finden. Trotz dem Abklappern diverser Feramentas (Sortiment eines Do-Its auf die Fläche eines Tante-Emma-Ladens zusammen gequetscht), die man in Italien an jedem Ecken findet, wurden wir nicht zufriedenstellend fündig. So beschlossen wir, uns die Sachen von zu Hause aus postlagernd nach Saint Marie de Mer schicken zu lassen. Nächste Woche sollte das Paket und wir in Saint Marie sein… wir hoffen, dass es klappt 🙂 Entspannter, da wir nun eine Lösung für unser Materialproblem gefunden hatten, fuhren wir weiter der hügeligen Küste entlang und erreichten mit 88 Tageskilometer ein neuer Rekord 🙂 So liess die französische Grenze auch nicht mehr all zu lange auf sich warten. Während wir die wenigen Kilometer von der französischen Grenze nach Monaco fuhren, geschah es, dass wir uns während eines Aufstiegs an einer Kreuzung aus den Augen verloren. Laut den Namen des Anderen rufend fuhren wir suchend auf verschiedenen Strassen den Hügel rauf und runter. Nach einer schreckerfüllten, endloserscheinenden Viertelstunde trafen wir an besagter Kreuzung wieder aufeinander… phu, noch einmal gut gegangen 🙂 So fuhren wir nun gemeinsam weiter nach Monaco hinein, wo wir uns ein Hotelzimmer und einen Tag Pause gönnen wollen. Während der Hotelzimmersuche kommt es ausserdem zum ersten kleinen Sturz. Livias Velo gerät in Schieflage, als sie – halb fahrend, halb stossend – einen Randstein überqueren will. Auf Grund des doch beachtlichen Gewichts des Fahrrads kann sie es nicht mehr halten und geht wie in Zeitlupe gemeinsam mit diesem zu Boden … Velo und Lenkerin bleiben dabei jedoch weitgehend unverletzt.

Monaco drängt sich dicht bebaut zwischen Seealpen und Meeresküste. Nebst modernen Hochhäusern gibt es auch nette, alte Gässchen. Die Formel-1-Strecke durch die Stadt ist teilweise ausgesteckt (es findet wohl bald ein Rennen statt … ?) Dies nehmen Autobesitzer aus diversen europäischen Ländern zum Anlass, ihre schicken Flitzer zur Schau zu stellen, was wiederum bei den (vornehmlich) männlichen Besuchern der Stadt auf grosses Interesse stösst, die in Scharen mit Kamera und Fotoapparat bewaffnet am Streckenrand stehen… und natürlich darf Liechtenstein dabei nicht fehlen: wir entdecken ein besonderes edles Flitzerche (in gold!!) mit FL-Kennzeichen … Livia kann dem Spektakel nichts abgewinnen und auch Meio findet es etwas übertrieben, so ziehen wir uns in ein etwas ruhigeres Gässchen zum Abendessen zurück.

 

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Ascona – Genua, 9. – 14. April 2015

Von Ascona aus führte unser Weg nach Italien. Dem Lago d´Orta entlag fuhren wir weiter Richtung Süden. Campingplätze werden rar, so dass wir uns nach anderen Übernachtungsmöglichkeiten umsehen müssn. Unsere erste Nacht ausserhalb eines Campingplatzes verbringen wir auf einem wunderschönen Bauernhof mit Restaurant und Gästezimmern. Wir dürfen im Garten unser Zelt aufstellen. Weiter gehts an endlosen Reisfeldern und kleinen und grösseren Dörfern entlag durch die Lombardei. An Campingplätze oder ähnliches ist hier nicht mehr zu denken und auch wild zelten müssen wir uns wegen der Reisfelder, die jede frei Fläche einnehmen aus den Kopf schlagen. Nach mehrmaligem Fragen finden wir im winzigen Dörfchen San Giorgina di Lomellina eine Bar, die auch Zimmer anbietet. Auch der nächste Tag gestaltet sich ähnlich, die Reisfelder werden jedoch hie und da von Rapsfeldern abgelöst. Am Rande eines sochen schlagen wir dann auch unser Zelt auf. Nun sind es nur noch 65 km bis zum Meer, eine Tagesetappe also 🙂 Durch hügelige schöne Landschaften nähern wir uns der Küste. Es wird zunehmend mehr Frühling, Bäume und Blumen blühen überall. Bereits mittags erreichen wir etwas müde aber glücklich die Küste in Genua, wo wir uns nach 7 Fahrtagen eine Pause gönnen.

Wir haben uns bereits gut eingewöhnt und sind überrascht, wie gut wir voran kommen. Insgesamt haben wir nun 389 km zurückgelegt (grösste Tagesetappe: 78 km) und insgesamt 1850 m Anstieg überwunden – Muskelkater und Hinterteilschmerzen sind trotzdem nach wie vor kaum vorhanden 🙂 Die Sonne scheint jeden Tag und wir freuen uns auf die kommenden Monate.

 

 

Die ersten zwei Tage

Nach einem (tränenreichen) Abschied sind wir gut gestartet und in der Sonne Richtung  Chur geradelt, wo wir um kurz nach 12:00 den Bus nach Bellinzona bestiegen. Die erste Nacht verbrachten wir auf einem Campingplatz in Bellinzona. Nach dem ersten selbsgekochen Znacht gingen wir früh ins Zelt … und eine eisige Nacht begann 🙂 Wir können nun offiziell bestätigen, dass es ohne Kleider im Schlafsack nicht wärmer ist! Am zweiten Tag fuhren wir bis kurz vor Ascona und genossen die Sonne.

Abfahrt

Jetzt ist es so weit, das Abenteuer startet. Der Abschied fiel uns und unseren Familien und Freunden schwer. Ein ganz grosses Dankeschön an euch, die uns trotz einiger (verständlicher) Skepsis immer unterstützt habt. Macht euch nicht zu viele Sorgen, es wird schon schief gehen. 🙂