Mwanza – Monkey Bay, 29.9.15- 8.10.15

Hallo Malawi 🙂 Die Einreise ist gewohnt unkompliziert und schnell erledigt. Nach Geldwechseln und Geldbeziehen sind unsere Portemonnaies prall gefüllt – mit umgerechnt ca. 200 Chf! Der Wechselkurs ist 1:550 und die grösste Kwacha-Note ist die 1000er Note… Wir kehren ins erst beste Restauräntli nach der Grenze ein und bei einem kalten Wasser, einem Teller Popcorn und einer Portion Pommes erholen wir uns von den strengen letzten Kilometern. Wir fahren heute nicht mehr weiter sondern suchen uns hier eine Unterkunft. Zelten ist hier nicht so ideal, daher nehmen wir ein Zimmer in der Betania Lodge – klingt nach weit mehr als es hergibt… aber unserer Luftmatratzen und Schlafsäcke lassen sich ja auch auf dem Bett ausbreiten und gegen eine Pet-Flaschen-Dusche ist auch nichts einzuwenden 🙂

Am nächsten Tag starten wir wieder früh um die kühleren Morgenstunden auszunutzen. In Malawi gehts erst mal hügelig weiter. Wir sind in bester Gesellschaft, zahlreiche Velofahrende tummeln sich auf den Strassen. Das Fahrrad ist hier auch Öffentliches Verkehersmittel: einfach den Gepäcksträger polstern und schon hat man ein Fahrrad-Taxi 🙂 Autos hats fast keine, wohl weil auch hier der Benzin pro Liter 1.50 CHF kostet! Überall hat es viele Menschen. Man merkt, dass Malawi einer der am dichtesten bevölkerten Staaten Afrikas ist. Als wir in einem Örtchen unseren Mittagsrast halten, hören wir plötzlich das Gebimmel eines Glace-Wagens. Wir lachen und denken wir haben wohl etwas zu viel Sonne abbekommen… Doch tatsächlich fährt ein ami-sytle Eiswagen vor, der Erdbeer-Softice verkauft! 🙂 Meio nutzt die Gelegenheit und gönnt sich eines.

Am Nachmittag radeln wir noch etwas weiter. Meio fühlt sich aber zunehmend unwohl. Wir suchen uns ein Plätzchen zum schlafen und fragen in einem Dorf um Zelt-erlaubnis. Es findet gerade ein Security-Ausbildungs-Treffen statt. Ein Polizist aus Blantyre ist extra angereist um lokale Nightguards zu instruieren, die hier in der Gegend nachts ihre Runden drehen sollen. Es sei vermehrt zu Diebstählen gekommen in letzter Zeit. Wir dürfen hinterm Haus der Securitys unser Zelt aufschlagen. Der Polizist aus Blantyre deckt uns mit Sandwiches und Wasser ein. Die Sandwiches bleiben alle Livia, denn Meio muss sich kaum sind wir von den Velos gestiegen das erste Mal fluchtartig hinter einen Busch stürzen um sich zu übergeben. Ob ihm wohl das Softice nicht bekommen ist? Während Livia das Zelt aufstellt, alles einrichtet, und Meio sich ausruht – zwischen seinen Ausflügen hinter den Busch – gruppiert sich eine Schar Kinder aus dem Dorf um uns. In einigen Metern Abstand setzen sie sich hin und beobachten jeden unserer Handgriffe. Sie bleiben bis es zu dunkel ist um uns weiter zuzusehen.
Am nächsten Morgen fühlt sich Meio zum Glück bereits bedeutend besser und wir schaffen es – mit ein bisschen mehr Pause als sonst – bis nach Liwonde am Shire River. Hier machen wir Pause, so dass sich Meio vollständig erholen kann. Meios FlipFlops müssen auch schon wieder geflickt werden. Die Sohle hat ein Loch, daher lassen wir dieses Mal einen Profi ran 🙂

Wir besuchen ausserdem den Liwonde Nationalpark und machen da eine Walking-Safari. Es ist toll zu Fuss durch die schöne Landschaft zu spazieren und diverse Spuren der Tiere erklärt zu bekommen. An einem Fussabdruck eines Elefanten wird uns wieder einmal bewusst, wie gross die Tiere sind, denn Livia findet bequem Platz darin. 🙂 Wir sehen Warzenschweine, Buschböcke, Affen, ein Krokodil, Hippos und können 5 Elefanten beobachten, wie sie den Fluss durchqueren – einfach schön 🙂

Von Liwonde aus radeln wir vorbei an Baumwollfeldern, Maisäckern und Ziegeleien durch zahllose Dörfer Richtung Malawisee. Überall gibt es Tomaten und Popcorn zu kaufen und an Strassenständen werden gebratenen Maiskolben und selbstgemachte Pommes verkauft. Wir flitzen nur so dahin, denn es ist endlich mal wieder flach 🙂 Die Gegend um den See ist wieder touristischer. Was wir nicht nur an den wieder vorhandenen Campingplätzen sondern auch an den „Give-me-money“-Rufen der Kinder merken, die wir wieder vermehrt vernehmen. Wir nehmens aber im Moment noch recht gelassen… Bereits am Mittag erreichen wir einen schönen Campingplatz direkt am See und nehmen ein erstes erfrischendes Bad – herrlich.

Am nächsten Tag geht’s weiter zum Cape Maclear im Lake Malawi Nationalpark. Eine schöne Passstrasse führt durch den Nationalpark zum Cape in die Ortschaft Chembe. Da Chembe mitten im Nationalpark liegt, hätten wir uns das etwas ruhiger und naturbelassener vorgestellt. Es ist ein kleiner Ort aber auch wieder voller Menschen, es gibt einige kleine Baren und Läden, und Lodges und Campingplätze für Touristen. Die Lage am See mit Blick auf die Inseln ist sehr schön. Am Seeufer herrscht ein reges Treiben: Wäsche waschen, Geschirr spülen, baden, schwimmen, Fischerboote kommen und gehen – es ist immer was los und es gibt Vieles zu beobachten. 🙂 Etwas ausserhalb von Chembe am Otters Point finden wir dann einen ruhigeren Strandabschnitt mit schönen Felsen wo wir herrlich in Ruhe baden und schnorcheln können.

Dann gehts zurück über die Passstrasse nach Monkey Bay, wo wir uns im Mufasa Backpacker nochmals einen Tag am See gönnen. Es ist wieder ein wunderschönes Plätzchen hier: runde Felsen, klares Wasser, Sand und schattenspendende Bäume.