Victoria Falls – Kazungla, 2.11.- 3.11.15

Von Livingstone ist es nur einen Katzensprung an die Grenze zu Zimbabwe. An der Grenze erhalten wir ein Transit-Visum für 3 Tage, das uns 30 USD pro Person kostet. Wenn man nur für einen Tag einreist, was viele Leute machen um die Victoria Falls zu besichtigen, kostet das Visum 50 USD… afrikanische Logik 🙂
Kaum fahren wir nach Victoria Falls hinein, fängt es an zu regnen. Jeh, toll – man vermisst hin halt doch irgendwann, den Regen, wenn man ihn so gar nie mehr hat 🙂 Bis wir dann aber auf dem Campingplatz des Shoestring Backpackers ankommen, hat es bereits wieder aufgehört und wir können unser Zelt im trockenen aufstellen.

Am Nachmittag schlendern wir durch den sehr touristischn Ort und besichtigen die Victoria Falls. Wir haben die Fälle schon vor gut 5 Jahren einmal besichtigt. Damals waren wir aber im Mai hier, dann bringt der Zambezi am meisten Wasser und von all der Gischt und dem Dunst der dann entsteht, konnten wir die Fälle damals eigentlich gar nicht sehen. Im November hat der Zambezi ziemlich wenig Wasser, so dass wir nochmals einen Versuch wagen – und es lohnt sich! 🙂

Am nächsten Tag ist unser Abstecher nach Zimbabwe schon wieder zu Ende. Auf der Transit-Strecke durch das Zambezi-Naturschutzgebiet radeln wir die 70 km bis Kazungula, zur botschwanischen Grenze. Unterwegs sehen wir diverse Spuren, die auf Elefanten hinweisen (Elefanten-Kot, umgeknickte Bäume). Wir halten als die Aufen offen und sind wachsam. Und tatsächlich treffen wir auf zwei Elefanten – wow so toll! Sie stehen einige Meter neben der Strasse und fressen in aller Ruhe, beinahe hätten wir sie gar nicht gesehen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie diese grauen Riesen im Gebüsch fast unsichtbar werden. In einigem Abstand wagen wir es, kurz stehen zu bleiben. Sie reagieren nicht gross auf uns, wir lassen sie aber doch bald wieder ungestört ihr Frühstück genissen.

Kurze Zeit später machen wir Rast am Strassenrand, als ein Auto anhält. Der Fahrer teilt uns mit, dass wir wohl besser aufstehen, denn ca. 6 km weiter liegen 5 Löwen neben der Strasse. Wow, shit, damit hätten wir jetzt nicht gerechnet… der Mann meint aber, sie hätten gerade was gerissen und sich satt gefressen, daher können wir schon an ihnen vorbeiradeln… super, danke, das ist ja beruhigend … ;/ Als wir noch am Strassenrand stehen und beraten, was wir nun tun sollen, kommen noch mehrere Autos vorbei, die uns alle das Gleiche mitteilen und auch alle der Ansicht sind, dass es kein Problem sein sollte an ihnen vorbei zu fahren, da die Löwen nicht mehr hungrig sind… naja, Afrikaner haben da wohl ein etwas anderes Sicherheitsgefühl, was Löwen anbelangt als wir, denn uns ist definitv nicht wohl beim Gedanken alleine mit dem Velo an einem Rudel Löwen vorbeizufahren… Wir halten also ein Auto auf, das in unserer Richtung fährt und schildern den drei jungen Männer unser Problem. Wir bitten sie um Begleitschutz für die nächsten Kilometer, so dass wie im Schutz des Autos an den Löwen vorbei können. Sie sind gleich dazu bereit und so fahren wir nun gemeinsam mit dem Auto los… Ein entgegenkommendes Polizeiauto hält an und der Polizist teilt uns mit, dass inzwischen nur noch eine Löwin neben der Strasse liegt. Auch er meint, dass wir im Schutz des Autos gut an ihr vorbei können. Also geht’s weiter…. die 6 km erscheinen uns endlos… die Löwin kommt einfach nicht in Sicht… wir wollen es endlich hinter uns bringen und werden immer nervöser… und dann endlich: da liegt sie, ganz still im Gebüsch ca. 4-5 Meter neben der Strasse… wir radeln vorbei und sie bleibt ruhig liegen und schenkt uns kaum Beachtung – zum Glück 🙂 Sie erscheint uns riesig! Das Auto begleitet uns noch etwas, die letzten 10 km bis zum Grenzposten bringen wir dann aber alleine (und recht zügig) hinter uns. Adrenalin pur! Wir brauchen etwas, bis wir realisieren, was wir gerade erlebt haben… und für uns ist klar: einmal und nie wieder, Velo-Safari ist definitiv nichts für uns! An diesem Tag diskutieren wir noch lange über das Erlebte und wie wir nun weiter machen. Es war schon toll, der Löwin vom Velo aus zu begegnen, aber einmal im Leben reicht 🙂 Wir werden also nicht quer durch Botswana runter radeln, wie wir eigentlich vor hatten, denn Botswana ist voller Nationalparks – ohne Zäune! Und wir wollen möglichst weitere unerwartete Zusammentreffen mit Simba und co. vermeiden. So werden wir also nur kurz in Botswana sein und dann ziemlich gleich nach Namibia weiterfahren.