St. Louis – Dakar, 22.7.15 – 9.8.15

Wir bleiben noch einige Tage in der Zebrabar bevor wir uns wieder auf die Räder schwingen und Richtung Dakar aufbrechen. Wir merken, dass wir langsam in tropisches Gebiet kommen: die Landschaft wird grüner (es wächst sogar Gras! :)) und die Luftfeuchtigkeit steigt. Wir schwitzen ständig, auch wenn wir nicht Velofahren. Wir werden von den „Toubab, Toubab“-Rufen („Weisser/Weisse“ auf Wolof) der Kinder begleitet wenn wir durch die Dörfer fahren.


Das Strassenbild Dakars ist laut, bunt, nach Abgas stinkend, chaotisch, vollgestopft, musikerfüllt. Pferdekarren, Busse (wunderschön bunt bemalt), Fussgänger, Mopedfahrende und Autos in allen Grössen, Preisklassen und „Verfallsstadien“ drängen sich aneinander vorbei. Mitten drin zwei Velofahrende 🙂 30 km Stadtverkehr müssen wir hinter uns bringen, bis wir in zentrumsnähe sind – Horror und Faszination zugleich.

Wir entscheiden uns spontan ein Auto zu mieten und damit den südlicheren Teil Senegals und Gambia zu erkunden. Am Flughafen finden wir nebst alle gängigen Autovermietern auch eine kleine lokale Firma. Nach etwas handeln bekommen wir von ihr das beste Angebot. Es folgt das Üblichen hin und her und etwas Warterei bis der Chef eintrifft um mit uns das Schriftliche zu regeln (die anderen drei Herren im winzigen Büro sind dazu wohl nicht bemächtigt…). Ordnungsgemäss will man auch einen Führerschein sehen, den Meio blöderweise im Hotel gelassen hat. Nun gut, improvisieren ist angesagt. Ein Blick ins Portemonnaie zeigt, dass da ja diverse andere Kärtchen vorhanden sind… so geben wir kurzerhand den Blutspender-Ausweis als Führerschein aus – und es klappt wunderbar 🙂 Bald darauf können wir mit unserem Ford Figo losdüsen. (Die Velos sind sicher im Hotel Sunungal untergestellt, bis wir sie in zwei Wochen wieder abholen)

Wir fahren los Richtung Sine-Saloum-Delta und Gambia. Pünktlich mit unserem (kurzzeitigen) Wechsel zum Auto als Fortbewegungsmittel setzt auch der Regen ein – heftig, langanhaltend und in regelmässigen Abständen. Oft haben wir an heissen Velofahrtagen von einem erfrischenden Regenguss geträumt. Angesichts diesen Regenmengen sind wir aber nicht traurig jetzt im Auto zu sitzen.

Die Strassen sind in sehr schlechtem Zustand und werden je länger je schlechter je weiter in den Süden wir kommen. Selbst Nationalstrassen sind oft nicht geteert und falls doch, mit riesigen Schlaglöchern übersäht. Der Regen tut sein Übriges dazu. Wir wussten zwar, dass die Strassen nicht gut sein werden, aber mit so etwas haben wir nicht gerechnet. Wir müssen einsehen, dass wir es nicht bis Gambia schaffen werden mit diesem Auto. Wir wollen nicht gebrochener Achse am Strassenrand stehen, wie so viele andere, an denen wir vorbeifahren…

Wir kehren also um. Auf dem Rückweg nach Dakar verbringen wir einige Tage in Kaolak, Zentrum der senegalesichen Erdnussindustrie. Danach quartieren wir uns für einige Tag in Popenguine ein. Ein netter kleiner Ort am Meer. Wir kommen im Maison d´Hotes Ebéne unter. Eine schöne, kleine, liebevoll gestaltete Bungalow-Anlage. Zum Frühstück werden wir jeweils mit warmem Brot und frischen Mangos verwöhnt.

Von hier aus machen wir auch eine Ausflug ins Reserve de Bandia, ein Tier- und Naturschutz Reservat.

Die letzten Tage bevor wir das Land der Mangos und Baobabs verlassen verbringen wir in Dakar. Im Wohnviertel Yoff am Strand zeigt uns Dakar seine ruhigere Seite. Wir nächtigen hier bei Ruth aus Bern im Hotel Keur Diame.