Johannesburg – Nelspruit, 13.8.-24.8.15

Der Flug verläuft angenehm ruhig. Als wir zur Gepäckausgabe laufen, sehen wir schon unsere Velos auf uns warten. Auch sie scheinen den Flug unbeschadet überstanden zu haben. Wir mieten gleich am Flughafen ein Auto und quetschen unser Gepäck und die Velos in den  kleinen Toyota. Müde checken wir im nächst besten Motel ein.

Am nächsten Tag gehts wieder voll bepackt auf Veloshop suche. Nach den Strapazen des Fluges haben unserer Velos einen Service verdient und wir wollen die kaputten Felgen ersetzen lassen. Es erscheint uns alles riesig in Johannesburg – Einkaufscentren, Autohändler, Fastfood-Läden überall, kein Gehupe auf den Strassen, die Autos blitzsauber und neu – eine total andere Welt und so gar nicht mehr „afrikanisch“. Irgendwann finden wir auch einen der drei Veloshops, deren Adresse wir vorab herausgesucht hatten. Bei CycleLab scheinen unserer Velos in guten Händen zu sein. Wir lassen die Velos dort und werden sie in ein paar Tagen, wenn wir von unserem Ausflug in die Drakensberge zurück sind, wieder abholen.

Wir quartieren uns in Graskop im Valley View Backpacker ein, wo wir im Garten zelten. Graskop ist eine kleine Ortschaft auf 1500 m.ü.M. und ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge in die Gegend um den Blyde River Canyon. Wir besichtigen verschiedene Wasserfälle, die Three Rondavels  (drei rundliche Felsformationen im Blyde River Canyon) und spazieren durch den „Rain Forest“.

Wir geniessen das angenehme, vertraute Klima hier – kein ständiges schwitzen mehr, wie im Senegal. Es ist tagsüber schön warm (ca. 23 Grad), abends kühlts dann ziemlich ab (ca. 3 Grad), es ist ja immerhin Winter hier in Südafrika. Wir sind froh, dass wir unsere Wollsocken haben. 🙂

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Nach den Tagen in Graskop geht’s zurück nach Johannesburg. Wir geben das Auto ab, holen unsere Velos und nehmen dann bald den Bus nach Nelspruit. Wir wollen nicht länger als nötig in Johannesburg bleiben. Die Häuser sind eingezäunt, eingemauert und elektrisch gesichert. Zum Teil sind Zufahrten zu Wohnquartieren mit Schranken und einem Wachmann abgeriegelt. Für die letzte Nacht in Johannesburg suchen wir uns ein Hotel im Stadtzentrum in der Nähe des Busbahnhofs. (Die anderen Nächte hatten wir in einem Motel etwas ausserhalb geschlafen.) Als wir eine Pension betreten um nach dem Preis zu fragen, kommen wir uns vor, wie im Eingangsbereich eines Gefängnisses. Nebst den üblichen Gittern beim Eingang und vor dem Schalter ist hier der Zugang zu den Zimmern gar mit einem Tor, das mittels Fingerabdruck geöffnet werden muss, gesichert… Das ist uns irgendwie too much, wirkt nicht gerade einladend… ist das wirklich nötig?? Wirklich unsicher fühlen wir uns hier eingentlich nicht, sind aber auch nur tagsüber unterwegs. Wir entscheiden uns dann aber trotzdem für ein etwas besseres Hotel (durchaus auch gesichert und bewacht, aber auf eine nicht ganz so irritierende Art) mit Dachterasse und Pool. 🙂 Es ist ausserdem noch näher am Busbahnhof, denn wir müssen morgens um 6:00 mit den Velos dahin radeln, um den Bus nach Nelspruit zu erwischen.

In Nelspruit wollen wir nun das Visum für Mozambik beantragen. Die nette Dame am Schalter will dafür aber unbedingt ein Einladungsschreiben von unserer ersten Unterkunft in Mosambik sehen. Sowas haben wir natürlich nicht. Wir versuchens dann mit einem selbstgeschriebenen Zettel – funktioniert aber nicht, sie will eine Telefonnummer um das zu überprüfen. Nun ja, man kanns ja probieren 🙂 Sie meint aber, dass wir an der Grenze auch ohne dieses Einladungschreiben ein Visum bekommen. So werden wir das Visum dann also an der Grenze besorgen. (Allenfalls mit einem echter aussehenden Einladungsschreiben im Gepäck 🙂 ) Ist uns eh recht, da wir nur ein Visum für 30 Tage erhalten, verlieren wir so nicht noch Zeit, bis wir von Nelspruit an der Grenze sind. Das heisst dann wohl wieder Busfahren in Mosambik, denn die 1800 km bis nach Malawi werden wir wohl sonst nicht in 30 Tagen schaffen. Wir wollen ja auch noch etwas schnorcheln gehen an den schönen Stränden und Inseln Mozambiks und nicht nur radeln. 🙂