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Vioolsdrif – Kapstadt, 19.11.15 – 17.12.15

Die Einreise nach Südafrika mit dem Reisebus zieht sich ganz schön hin: Nachdem wir alle den Einreisestempel erhalten haben, werden kurzerhand alle Pässe eingezogen und erst wieder ausgehändigt, sobald das Gepäck kontrolliert wurde. D.h. das ganze Gepäck muss ausgeladen werden und zwei Spührhunde schnüffeln nacheinander alles durch – auf der Suche nach unerlaubten Substanzen. Zwei, drei Mal schlagen sie an, die Eigentümer der betreffenden Taschen müssen antraben und unter Beobachtung alles auspacken. Es ist aber immer Fehlalarm. Die Hunde reagieren auch auf starke Gerüche, wie z.B. von Kaffee oder Gewürzen, und auf Geldmünzen. Es ist recht spannend das ganze Spektakel zu beobachten und wir fragen uns kurzzeitig, ob wir irgendwo falsch abgebogen sind und in die USA einreisen… 🙂 Nachdem alle Gepäcksstücke wieder verladen sind und auch das Innere des Busses durchschnüffelt worden ist, erhalten wie die Pässe wieder zurück und können weiterfahren.

In Steinkopf, der ersten Ortschaft nach der Grenze, gibts dann nochmals Zwangspause: unser Bus wird repariert. Ein Pannenfahrzeug mit Mechaniker erwartet uns an einer Tankstelle. Und tatsächlich können wir relativ bald weiter, das Problem scheint behoben. Am Nachmittag um 15:30 kommen wir mit fast 8 Stunden Verspätung in Vanrhynsdorp an. Hier steigen wir aus, um die restlichen 360 km bis nach Kapstadt zur Abwechslung mal wieder mit dem Velo zurückzulegen. 🙂
Südafrika begrüsst uns mit deutlich kühlerem Wetter und wir frieren! Was für ein merkwürdiges Gefühl! 🙂 Die Landschaft ist karg und weitläufig. Vieles ist Farmland. Die Menschen hier sprechen fast ausnahmslos afrikaans und auch wir werden oft auf afrikaans angesprochen und nicht mehr immer gleich als Touristen erkannt. Meio sieht ja auch aus wie man sich einen bärtigen Buren vorstellt. 🙂

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Gemütlich radeln wir der Westküste entlang und machen immer mal wieder ein paar Tage Pause. Wir wollen das „Ende“ noch etwas hinauszögern :)Die Landschaft ist schön und abwechslungsreich: Die Bergkette des Cederbergmassivs begleitet uns ein Stück, sanfte Hügel wechseln sich mit der Weite des Namaqualandes ab, Flüsse – mal mit, mal ohne Wasser – durchziehen die Landschaft und bald kommen wir dann auch wieder ans Meer.

In Langebaan feiern wir dann den ersten Advent und schmücken unserer Räder etwas weihnachtlich. Ich bastle sogar ein kleines Adventskränzchen. 🙂

Und dann ist es soweit: der erste Blick auf den Table Mountain! Jeeh, nun sind wir (fast) am Ziel!

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Im Tableview, einem Vorort von Kapstadt, machen wir nochmals ein paar Tage halt, bevor wir uns tatsächlich in die Stadt wagen.

Für ein Woche quartieren wir uns im Scalabrini Guesthouse (schön, sauber, günstig) mitten in Kapstadt ein. Wir schlenderen durch die Strassen, fahren der alten Zeiten willen mit dem Minibus nach Claremont und Newlands hinaus, besuchen den Vergnügunspark „Ratanga Junction“, spazieren im Companys Garden, besuchen den Bio-Markt in Hout Bay und entdecken zu unserer Freude doch noch hie und da ein bisschen „real Africa“, so z.B. auf dem Markt beim Minibus-Bahnhof.

Wir geniessen ausserdem die schöne Landschaft auf der Kaphalbinsel und machen einen Ausflug in den Cape of Good Hope Nationalpark, zum Chapmans Peak und laufen auf den Signal Hill.

Die letzten Tage vergehen wie im Flug und das Ende unserer Reise naht – zumindest des afrikanischen Teils 🙂 Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschieden wir uns nun von Afrika und fliegen am 17.12.15 von Kapstadt nach Rom. Von dort werden gemütlich den Heimweg antretten.

Eine intensive Zeit in Afrika geht zu Ende. Wir haben viel wunderschönes, schlimmes und kurioses gesehen und erlebt. Afrika und seine Bewohner/innen werden uns als gastfreundlich, bunt, anstrendend, voll, laut, fremd, lachend und einfach wunderschön, erfrischend anders in Erinnerung bleiben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ngoma Bridge – Noordoewer, 9.11.15 – 19.11.15

Hallo Namibia, schön wieder hier zu sein! 🙂 Bei der Einreise wird ein Ebola-Screening gemacht, ansonsten läuft alles wie gewohnt und wir nehmen die 70 km bis Katima Mulilo in Angriff. Es ist noch früh am Vormittag, so dass wir es heute noch gut bis Katima schaffen. Es werden aber sehr lange 70 km, denn es ist heiss! Bereits um 9:30 brennt die Sonne runter und es weht ein heisser Wind. Es erinnert stark an Mauretanien! Einmal mehr hätten wir gerne eine Temperaturanzeige am Tacho. Wir kämpfen uns weiter und ca. 20 km vor Katima kommen uns die beiden Südafrikaner im Truck entgegen, die uns durch den Chobe Nationalpark mitgenommen haben. Sie haben ihren Smirnoff in Katima abgeladen und sind bereits wieder auf dem Heimweg. Sie haben an uns gedacht und reichen uns einen gekühlten Powerade-Drink aus dem Fenster! Jej, herrlich, herzlichen Dank an die Beiden! 🙂 Unser Wasser ist wieder nicht mehr weit vom Siedepunkt entfernt… ich denke daran Teebeutel zu kaufen, damit es wenigstens etwas besser schmeckt 🙂 Am Abend erfahren wir, dass es heute 43 Grad hatte und dass das die nächste Zeit so bleiben wird, Tendenz steigend… phu… kein Wunder haben wir gelitten 🙂

Am nächsten Tag radeln wir bis kurz vor den Bwabwata Nationalpark. Der Park nimmt die nächsten 200km ein, so dass wir – tierbedingt- wieder eine Mitfahrtgelegenheit suchen. Ein Mann mit einem Bakkie (Pick-up) nimmt uns mit. Wir bruzeln dann also gut zwei Stunden auf der Ladefläche dahin, bis wir den Park durchquert haben und in Divundu ankommen. Die 5 km bis zum Campingplatz beim Popa Falls Resort am Okavango-Fluss kommen uns in der Mittagshitze endlos vor. Nach einem Sprung in den kühlen Pool sieht die Welt aber gleich schon wieder besser aus. 🙂

Wir kommen zum Schluss, dass es zu heiss ist, um Radzufahren. So fahren wir bis Rundu mit einem Truck mit und nehmen von da aus den Bus bis nach Windhoek. Als wir die Velos für das Verladen in den Bus parat machen, entscheiden wir spontan, Meios Podest am Fahrrad loszuwerden. Schon seit einer Weile hat er Schlafsack und Matte meist in den Taschen untergebracht, so dass nur noch Kleinkram (Schnorchel, Taucherbrille, Ersatzgummizüge etc.), den wir auch anders unterbringen können, hinten drauf war. So wird auch sein Velo gleich viel kompakter und zum Verladen viel angenehmer. Die Busfahrt über Nacht verläuft angenehm ruhig und morgens um 8:00 sind wir in Windhoek.

Windhoek ist nochmals ein kleiner Kulturschock: Weihnachtsdeko überall und in den Geschäften werden wir zum Teil auf Deutsch angesprochen. Überhaupt wirkt hier vieles sehr europäisch… es fühlt sich kaum mehr nach Afrika an hier. 🙁 Das bringt aber auch gewisse Vorteile mit sich, z.B. Parmesan zu den Tomatenspaghetti oder Gerber-Fondue 🙂 Wir bleiben ein paar Tage. Mareike und Andreas, die wir in Nouakchott (Mauretanien) kennengelernt haben, sind auch gerade in Windhoek. Schön, mit den Beiden nochmals etwas zu plaudern und Erfahrungen der letzten Monate auszutauschen.

Wieder über Nacht gehts mit einem Intercape-Bus von Windhoek nach Vanrhynsdorp in Südafrika. Schon bald zeigt sich, dass unser Bus erhebliche Probleme hat, wieder anzuspringen, wenn der Motor einmal aus war. Zudem stellt der Motor jedesmal von selbst ab, sobald der Bus stehenbleibt. d.h., jedesmal wenn wir anhalten um zu Tanken oder Leute ein- und aussteigen zu lassen, dauert es etwas bis wir wieder weg kommen. In Noordoewer, drei Kilometer vor dem Grenzposten zu Südafrika, dauert es dann über zwei Stunden bis wir wieder loskommen. Inzwischen bricht bereits der Morgen an und wir kommen in den Genuss einer letzten schönen namibischen Morgenstimmung. 🙂

 

 

Kazungula – Ngoma Bridge 3.11.- 9.11.15

Beschwingt von unserem Löwen Erlebnis radeln wir nach Kasane hinein. Auf der Strecke sehen wir eine Büffelherde. Das macht dann insgesamt 3 der Big 5 an einem Tag :).

In Kasane quartieren wir uns für die nächsten Tage auf dem Campingplatz der Chobe Safari Lodge ein. Eine tolle Anlage direkt am Chobe Fluss und an der Grenze zum Chobe Nationalpark. Wir mieten ein Auto und erkunden die Chobe Riverfront. Ansonsten verbringen wir gemütliche Tage am Pool, geniessen den Ausblick auf den Fluss und machen etwas Ferien 🙂 Der Auflauf von (deutschsprachigen) Touristen hier ist enorm. Eine ziemliche Umstellung für uns, wieder so richtig im Tourismus angekommen zu sein… gerne erinnern wir uns an die Zeit zurück, als die Begegnung mit anderen weissen Menschen auch für uns eine kleine Attraktion war. 🙂

Nach einigen Tagen brechen wir nach Namibia auf. Die gut 50 km bis zum Grenzposten Ngoma Bridge führen grösstenteils durch den Chobe Nationalpark. Wir radeln also zum Gate des Parks und warten da auf eine Mitfahrtgelegenheit. Die Parkranger hier am Gate hätten uns mit den Rädern gar nicht auf die Transitstrecke gelassen… obwohl wir von anderen Velofahrenden gehört haben, dass sie da durch geradelt sind… nun ja, für uns ist klar, dass wir nicht radeln, ob wir nun dürften oder nicht. 🙂
Wir warten ca. eine Stunde bis uns jemand mitnimmt. Es ist ein Trucker-Pärchen aus Südafrika, dass mit einer Lastwagenladung Smirnoff von Upington nach Katima Mulilo unterwegs ist. Eigentlich dürfen sie keine Leute mitnehmen und da die Führerkabine videoüberwacht ist, können sie das auch nicht heimlich tun. So rufen sie extra ihren Chef an und bitten um Erlaubnis uns durch den Park zu chauffieren. Er ist dann so nett und gibt ihnen grünes Licht. Während der Fahrt sehen wir Kudus, Giraffen, Zebras und Elefanten – das wäre ja mit dem Fahrrad kein Problem gewesen 🙂 Direkt am Granzposten steigen wir aus und verabschieden uns von den Beiden. Wie üblich gehe ich mit unseren beiden Pässen zum Schalter um den Ausreisestempel zu holen, während Meio draussen bei den Velos wartet – dieses mal funktionierts aber nicht, der Grenzbeamte will Meio tatsächlich sehen. 🙂

23 Chipata – Livingstone, 14.10. – 1.11.15

Grenzübertritte mit dem Velo sind immer etwas Schönes, vorallem wenn immer alles so angenehm läuft wie bei uns. 🙂 Der Genzbeamte beim Einreiseschalter macht sich kurz etwas Sorgen, als ich ihm auf seine Nachfrage sage, dass wir bis nach Botswana radeln wollen. Es sei ein langer Weg, ob wir auch gut vorbereitet seien? Ich beruhige ihn und weise ihn darauf hin, dass wir auch schon einen langen Weg hinter uns haben. Mit einem Blick in unsere Pässe, die ja doch mittlerweile einige Stempel vorweisen können, lacht er und meint, dann sei dass ja kein Problem 🙂 So sind die Formalitäten schnell erledigt. Wir erhalten für 50 USD unser Visum, leider aber nur für einen Monat. DasVisum kann aber (angeblich gratis) in einem Immigration Office, die sich in mehrere grösseren Ortschaften befinden, verlängert werden. Nun ja, mal schauen wie dass dann läuft, falls wir Verlängern wollen/müssen.

Die Strasse nach Chipata hinein ist nagelneu, so gleiten wir die letzten 40 km bis zum Mama Rulas Campingplatz nur so dahin – zum Glück, es war ein langer Tag! Es kommt uns ganz unwirklich vor, dass wir heute morgen noch in Lilongwe waren. 🙂

 

 

Als ich schon im Schlafsack liege und Meio seine „Gute-Nacht-Zigarette“ raucht, traut er seinen Augen kaum, als zwei Velofahrende auf dem Campingplatz eintreffen. Es gibt sie also doch noch, die anderen Tourenradler 🙂 George und Penny aus Südafrika sind nach Tansania unterwegs. Von den beiden erfahren wir, dass die Strasse nach Lusaka neu gebaut wird – d.h. Baustelle auf fast 300 km! Was kilometerlange Umfahrungen auf Sand- und schlechten Schotterpisten bedeutet. Also (fast) nicht passierbar für Velofahrenden. Sie haben sich von einem Pickup mitnehmen lassen. Oje, schade, wo wir doch gerade so im Radler-Modus sind… wir wollen uns das aber trotzdem nicht antun und werden uns wohl um eine Mitfahrgelegenheit bis nach Lusaka kümmern. In Lusaka wollen wir dann ein Auto mieten und von dort den Kafue National Park besuchen.

 
Nach einem Tag Pause stehen wir nun also wieder einmal mit unseren Velos am Strassenrand und warten auf eine geeignete Mitfahrgelegenheit. Wir erwischen einen Postbus, der bis nach Lusaka fährt. Die Velos können gut verladen werden und auch wir haben noch Platz – denn der Bus ist leer! Mal was ganz Neues. 🙂 Wir machen es uns gemütlich und tuckern dahin. Einige Leute steigen noch zu und wir müssen immer mal wieder in die Ortschaften rein fahren um bei den Poststellen die Briefe abzuholen. Am frühen Nachmittag fängt dann der Bus ungewöhnlich stark an zu hüpfen – die Luftfederung funktioniert nicht mehr. Wir halten also an und die Männer kriechen unter den Bus. Auch Meio hilft tatkräftig mit und nach einer guten Stunde ist das Problem behoben. Wir fahren weiter und kommen nach 12 Stunden Fahrt (für eine Strecke von 560 km) um halb sieben in Lusaka an. Es ist bereits dunkel und wir hatten uns vorher im Bus schon überlegt, dass wir am besten gleich heute Abend noch zum Flughafen radeln und das Auto mieten. Der Buschauffeur lässt uns netterweise etwas ausserhalb des Stadtzentrums aussteigen, so dass wir „nur“ 11 km zum Flughafen radeln müssen – das erscheint uns aber immer noch angenehmer als mitten in der Stadt im Dunkeln eine Unterkunft suchen zu müssen. Nach einer knappen halben Stunde kommen wir heil am Flughafen an. Wir haben Glück, Avis hat den Schalter gerade noch geöffnet 🙂 Wir werden sehr herzlich begrüsst und keine halbe Stunde später sind wir bereits dabei die Velos auf „unseren“ Nissan Pickup zu laden. Wir fahren auf einen nahgelegenen Campingplatz, wo wir uns für diese Nacht einquartieren. Sogar die Unterbringung für die Velos auf dem Campingplatz während unseres Ausflugs in den Kafue können wir noch am selben Abend regeln. Das klappt ja alles wunderbar! 🙂

 
Bevors in den Kafue National Park geht, fahren wir nach Lusaka rein um uns mit Wasser und Essen für die nächsten Tage einzudecken. Lusaka wirkt sehr südafrikanisch mit all seinen grosse Shopping Centern, wo von Woolworth, Pick’n’Pay über Steers und HungryLion alle bekannten Supermärkte und Fast-Food-Restis vertreten sind.

 
Dann geht’s ab in die Einsamkeit des Kafue National Parks. Wir verbringen vier Tage im Park und begegnen fast keinen anderen Touristen, aber leider auch fast keinen Tieren. Die Landschaft ist sehr schön und die Campingplätze sind einfache Bush Camps ohne Zäune oder ähnliches. Man schläft also mitten im Park. In einer Nacht hören wir dann auch Hippos, einen Elefanten und einen Löwen ziemlich nah am Zelt. Am nächsten Morgen sind dann aber von den nächtlichen Diskussionen, die die drei wohl miteinander hatten, keine Spuren mehr zu sehen.

Nach fünf Tagen Auto haben wir schon wieder genug von der Fahrerei und geben das Auto viel früher zurück, als geplant. Zum Glück ist Avis so kulant und verrechnet uns dann auch nur diese Tage und nicht die ganzen neun, die wir es eigentlich reserviert hatten. Auf dem Velo ist‘s halt doch am schönsten 😉

Von Lusaka radeln wir in dann wieder in südliche Richtung – wir nähern uns bekanntem Gebiet 🙂 Bis nach Livingstone sind es noch fast 500 km. Am ersten Tag wollen wir es gleich wissen und erhöhen unseren Tagesstreckenrekord auf 178 km … denn da hat es einen Campingplatz 😉 Nach neun Stunden auf dem Velo kommen wir ziemlich groggy auf dem Moorings Camp an. Wir brauchen einen Moment um an- und runter zu kommen und merken dann, dass das für unserer Körper wohl doch etwas zu viel war, da Meio mit Übelkeit zu kämpfen hat. Nach einem Tag Pause sind wir aber wieder mehr oder weniger fit und radeln weiter.

Die Landschaft ist geprägt von weiten baumbewachsenen Ebenen und sanften Hügeln. Es ist merklich weniger dicht bevölkert als Malawi und wir haben immer mal wieder längere Abschnitte ohne Ortschaften. Wir geniessen die Ruhe. Die Menschen sind sehr freundlich. „Give-me“-Rufe hören wir kein einziges Mal. Oft sind wir bereits mittags um die 100 km geradelt, so dass wir die Nachmittage zum Entspannen und Entdecken nutzen – je nach dem wo wir übernachten. 🙂 Es hat wieder mehr touristische Infrastruktur, so dass wir doch hie und da einen Campingplatz finden. Sonst übernachten wir auch gerne mal in einem einfachen Guesthouse, in dem normalerweise eher Einheimische absteigen. So z.B. in der kleinen Stadt Zimba im „Zimba Guesthouse“. Das Zimmer ohne WC/Dusche kostet hier CHF 1.50, wir gönnen uns aber den Luxus eines eigenen Bades und müssen dafür etwas tiefer in die Tasche greifen: CHF 7.50 will der nette Besitzer dafür haben. 🙂 Wir plaudern etwas mit anderen Gästen. Offenbar hat Zimba ein gutes Krankenhaus, da wir gleich von mehreren Leuten hören, dass sie wegen eines Arztbesuches hier sind. Wir geniessen es, in Ruhe durch die total untouristische Ortschaft zu schlendern und in einem der ca. 6 kleine Restaurants, die alle Nsima (Maisbrei) mit Chicken, Beef oder Wurst anbieten, zu Mittag zu essen.

Nach fünf Tagen kommen wir in Livingstone an und machen hier ein paar Tage Pause.

 

 

 

 

 

Vilankulos – Zobue, 15.9.15 – 29.9.15

Wir verbringen noch fast eine weitere Woche auf Marimba. Meio hilft beim Wasserturm reparieren und auch sein Flip-Flop muss bereits zum 2. Mal genäht werden… 🙂 Doch dann müssen wir los – unser Visum läuft am 30.9. ab. 🙂

In Pambara (20 km von Vilankulos an der Hauptstrasse) halten viele Lastwagen und Busse an um sich zu verpflegen. Ein guter Punkt also um eine Mitfahrgelegentheit zu finden. So finden wir einen Truck, der uns bis nach Inchope mitnimmt. Es ist eine luxuriöse Art zu reisen: wir haben massig Platz und können es uns auf der Liege des Fahrers gemütlich machen. Herrlich, so vergehen die 7 Stunden Fahrt wir im Flug. Als wir in Inchope ankommen ist es bereits dunkel. Die Strasse ist gesäumt von Lastwagen, die hier die Nacht verbringen – entsprechend viele Baren und Restaurants befinden sich hier. Dank der Hilfe unseres Fahrers finden wir sogar eine „Bungalow-Anlage“, wo wir unser Zelt aufstellen können.

Am nächsten Morgen schwingen wir uns zur Abwechslung mal wieder auf die Räder und fahren bis nach Chimoio. Wir geniessen den Tag – schön, mal wieder zu radeln 🙂

Aus zeitlichen Gründen gehts dann aber ab Chimoio wieder mit dem Truck weiter bis nach Tete. Diesesmal fahren nebst uns noch zwei Männer mit. Es ist wieder eine angenehme Reise. Wir können uns etwas mehr mit unseren Mitreisenden unterhalten, da diese etwas Englisch sprechen. Unser portugiesisch gibt leider immernoch nicht viel her … 😉 Nach zwei Stunden Fahrt gibts Zwangspause: Ein Lastwagen ist umgekippt und blockiert die Strasse. Wir ahnen nichts Gutes und stellen uns auf eine lange Wartezeit ein… aber bereits nach einer guten Stunde können wir wieder los 🙂

Zügig geht die Fahrt dann weiter – immer mal wieder unterbrochen von Polizeikontrollen. Wir drei, die auf dem „Rücksitz“ sitzen machen uns dann immer möglichst klein, damit man uns nicht schon von aller Weite sieht…. wohl damit der Fahrer etwas weniger Schmiergeld zahlen muss, denn dass bei diesen Kontrollen Geld den Besitzer wechselt, ist völlig normal. Kurz nach Mittag kommen wir in Tete an. Es hat hier einen Campingplatz direkt am Zambezi – toll! 🙂

Wir bleiben einen Tag in Tete und lassen Meios Veloständer reparieren, der vor einigen Tagen abgebrochen ist.

Am nächsten Morgen radeln wir dann wieder los. Bis zur malawischen Grenze sind es noch gut 120 km, die wir in zwei Tagen zurücklegen. Die Landschaft ist hügelig. Die Menschen sind sehr nett. Wir werden freundlich gegrüsst, interessiert beobachtet und auch oft fotografiert – wir fühlen uns fast wie Promis 🙂 Vorallem Kinder können sich kaum an uns sattsehen. Wenn wir irgendwo Pause machen oder einkaufen sind wir umringt von Menschen. Aber sie sind niemals aufdringlich und es wir auch nicht gebettelt. So macht das Velofahren richtig Spass und Freude. Unsere letzte Nacht in Mozambik verbringen wir in einem kleine Dorf im Hinterhof eines Ladens. Wir haben einen schönen Platz für uns und können in aller Ruhe kochen. Immer wieder hört man es hinter dem Strohzaun rascheln und Kinderköpfe tauchen auf, die unter Gekicher wieder verschwinden kaum dass sich unsere Blicke in ihre Richtung wenden.

Mit dem Sonnenaufgang (5:30) machen wir uns auf, die letzten 40 km bis zur Grenze hinter uns zu bringen. Es sind zähe 40 km für die wir fast 4 Stunden brauchen! Ein Hügel nach dem anderen, rauf und runter, rauf und runter…  müde kommen wir dann aber trotzdem noch vor dem Mittag an der Grenze an. Tschüss Mozambik – schön wars, wir kommen wieder 😉

 

 

 

 

Ressano Gracia – Vilankulos, 1.9.15 – 15.9.15

Der Grenzübertritt nach Mozambik verläuft einmal mehr problemlos. In ca. 45 min ist alles erledigt  – samt Visum besorgen und trotz mehrmaligen, stromausfallbedingten Verzögerungen. Die erste Nacht verbringen wir kurz nach der Grenze. Am nächsten Morgen radeln wir über sanfte Hügel und an kleinen Dörfern vorbei nach Maputo hinein. Nach Dakar erscheint uns Maputo vergleichsweise ruhig und übersichtlich. Wir quartieren uns hier im Fatimaˋs Backpacker ein, bis wir das Visum für Malawi organisiert haben.

Auch hier, kein Problem: bereits am nächsten Nachmittag nach der Beantragung können wir unsere Pässe wieder abholen. Allerdings kann das Visum nur in US Doller bezahlt werden (100 USD pro Person!), so dass wir erst mal noch Geldwechseln müssen.

Es ist immer wieder interessant, mit der afrikanischen „Bürokratie“ zu tun zu haben (Konsulate, Grenzposten, Zoll, Banken, Polizeikontrollen…) 🙂 Es beginnt bereits, wenn wir mit den Velos vorfahren: für das Wach- bzw. Empfangspersonal eine völlig neue Situation – wo können die Velos bloss abgestellt werden?! Grundsätzlich einmal sicher nicht dort, wo wir es für gut empfinden, so dass wir in der Regel ein, zwei mal umparkieren müssen, bis es für alle passt. Ohne seine Personalien mindestens einmal in ein grosses, dickes Buch einzutragen geht sowieso gar nichts. Computer sind keine Selbstverständlichkeit, Papier und Unterlagen stapeln sich überall. Formulare ausfüllen ist ein grosses Thema, es wird oft und gerne verlangt, zu allen möglichen Zwecken. Personal ist immer sehr zahlreich vorhanden, Arbeit hingegen nicht zwingend, so dass man sich ganz offen mit seinem Handy oder mit Zeitunglesen die Zeit vertreibt. (Nicht so wie bei uns, wo man immer noch versucht möglichst beschäftigt auszusehen 🙂 Obwohl wir die Motivation oder gar Freude an der Arbeit bei Vielen vergeblich suchten, wurden wir doch meistens anständig behandelt. Schmiergeld oder Ähnliches war nie ein Thema. So hatten wir bisher keine wirklich schlechten Erfahrungen in diese Richtung. Mit etwas Geduld und dem Bewusstsein, nicht alles verstehen zu müssen, klappt das eigentlich ganz gut 🙂

Mit einem Chapa (30-Platz-Bus) fahren wir morgens um 5:00 Uhr von Maputo los nach Tofo. Wir können direkt beim Fatimaˋs Backpacker einsteigen. Dann geht’s erst Mal zum Busbahnhof in Maputo – der Bus muss ja noch gefüllt werden. Die pure Hektik bricht aus: es wir geschrien, um Tickets und Preise diskutiert, Leute steigen aus und ein, Gepäck wird hin und her gehieft, Händler/innen mit Brot, Äpfeln, Toilettenartikeln, Schmuck, Getränken, Cashewnüssen etc. klopfen an die Fenster des Busses… eine Stunde und zwei Runden über den Busplatz später ist der Bus voll und wir fahren los. Bis wir aus Maputo draussen sind, wird nochmals fleissig ein- uns ausgestiegen, so dass wir nach fast zwei Stunden erst ca. 10 km Strecke hinter uns gebracht haben. Doch dann geht’s los, wir kommen vorwärts. Als wir an einer Tankstelle WC-Pause machen, wird festgestellt, dass wir einen Platten haben. Gut, kann gleich hier repariert werden und bald geht’s. Der Reifen hält nicht lange, bald hört man es Knallen und wir halten wieder an. Der kaputte Reifen wird abmontiert und dank Zwillingsbereifung kann ja auch ohne diesen weitergefahren werden… Als wir uns dem Ziel langsam nähern, fängt das Ein- und Aussteigen wieder an … zum Teil in 20 Metern Abstand… nach elf (!) Stunden haben wir die 500 km geschafft und erreichen Tofo.

Tofo ist bekannt fürs Tauchen und Schnorcheln. Vor einigen Jahren war Tofo noch ein winziges Fischerdorf ohne jegliche touristische Infrastruktur. Heute hat es diverse Tauchschulen und zahlreiche Backpackers, Guesthouses und Lodges, die oft illegal am Strand erbaut wurden. Der Ort selbst ist aber immer noch sehr klein. Eingekauft wird auf dem Markt, der nächste Geldautomat ist 5 km entfernt.

Wir machen eine „Ocean Safari“ (Ausflug um mit Walhaien zu Schnorcheln). Leider finden wir keine Walhaie und können daher nicht ins Wasser. Dafür sehen wir einen Buckelwal. 🙂

Nach Tofo ist unser nächster Halt Vilankulo. Dort wollen wir nochmals Schnorcheln und die Inseln des Bazaruto Archipels besuchen. Mit dem Velo geht’s also nach Inhambane, von dort mit dem Boot nach Maxixe und dann per Bus nach Vilankulo. Wir nehmen einen grossen (chinesischen) Reisebus der von Maputo kommt. Es hat noch ein bisschen Platz und wir verladen die Velos und unser Gepäck unten im Gepäcksraum. Wir steigen ein uns sehen nur Menschen und Gepäck – überall! Statt der üblichen vier Sitze pro Reihe hat dieser Bus fünf. Die Sitzplätze und der Mittelgang fallen entsprechend schmaler aus. An ein normales Durchkommen im Gang ist eh nicht zu denken, dieser ist vollgestellt mit Reis- und Mehlsäcken, Taschen, Kartonschachteln und anderen Gepäcksstücken, die auf dem Schoss der Menschen und unter den Sitzen keinen Platz mehr fanden. Wir quetschen uns irgendwie durch das Gewusel und finde zwei freie Sitzplätze. Interessant wird’s, wenns ans Aussteigen geht. Im hintersten Teil des Busses befindet sich das Gepäcklager für die grossen Stücke, sogar ein Velo ist dabei 🙂 . Man muss also durch den winzigen Gang über diverse Taschen, Kanister und Rucksäcke klettern um seine Gepäcksstücke aus dem Haufen auszugraben…. Es ist ein ständiges Gequetsche und Gedränge, zum Glück ist unser Gepäck untern drin 🙂

 

Von zwei Schweizern, die wir zufällig in Maputo trafen, wurde uns Marimba als Unterkunft in Vilankulo empfohlen. Es liegt 20 km ausserhalb von Vilankulo im Busch. Mit dem Fahrrad kommen wir da nicht hin, da eine Sandpiste nach Marimba führt. Wir wissen aber, dass das Marimba-Team ihre Gäste in Vilankulo abholt, wenn man anruft. Nun ja, wir haben ja noch immer kein Telefon… Jonas vom „Tourismus Büro“ ist dann aber so nett und ruft für uns bei Marimba an, so dass wir bald darauf abgeholt werden.
Marimba wird von Marcel und Isabel aus der Schweiz geführt. Zusammen mit ihrem Team haben sie hier im Busch ein kleines Paradies aufgebaut. Die ruhige Anlage ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Ein Spazierweg führt in 3 Minuten hinunter zum unberührten Strand. Für den Ausflug auf die Inseln wird man direkt hier am Strand abgeholt. Wir verbringen hier ein paar schöne Tage in persönlicher Atmosphäre und geniessen das gute Essen – wir entdecken unserer Vorliebe für Krebs und Fisch! 🙂