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Vioolsdrif – Kapstadt, 19.11.15 – 17.12.15

Die Einreise nach Südafrika mit dem Reisebus zieht sich ganz schön hin: Nachdem wir alle den Einreisestempel erhalten haben, werden kurzerhand alle Pässe eingezogen und erst wieder ausgehändigt, sobald das Gepäck kontrolliert wurde. D.h. das ganze Gepäck muss ausgeladen werden und zwei Spührhunde schnüffeln nacheinander alles durch – auf der Suche nach unerlaubten Substanzen. Zwei, drei Mal schlagen sie an, die Eigentümer der betreffenden Taschen müssen antraben und unter Beobachtung alles auspacken. Es ist aber immer Fehlalarm. Die Hunde reagieren auch auf starke Gerüche, wie z.B. von Kaffee oder Gewürzen, und auf Geldmünzen. Es ist recht spannend das ganze Spektakel zu beobachten und wir fragen uns kurzzeitig, ob wir irgendwo falsch abgebogen sind und in die USA einreisen… 🙂 Nachdem alle Gepäcksstücke wieder verladen sind und auch das Innere des Busses durchschnüffelt worden ist, erhalten wie die Pässe wieder zurück und können weiterfahren.

In Steinkopf, der ersten Ortschaft nach der Grenze, gibts dann nochmals Zwangspause: unser Bus wird repariert. Ein Pannenfahrzeug mit Mechaniker erwartet uns an einer Tankstelle. Und tatsächlich können wir relativ bald weiter, das Problem scheint behoben. Am Nachmittag um 15:30 kommen wir mit fast 8 Stunden Verspätung in Vanrhynsdorp an. Hier steigen wir aus, um die restlichen 360 km bis nach Kapstadt zur Abwechslung mal wieder mit dem Velo zurückzulegen. 🙂
Südafrika begrüsst uns mit deutlich kühlerem Wetter und wir frieren! Was für ein merkwürdiges Gefühl! 🙂 Die Landschaft ist karg und weitläufig. Vieles ist Farmland. Die Menschen hier sprechen fast ausnahmslos afrikaans und auch wir werden oft auf afrikaans angesprochen und nicht mehr immer gleich als Touristen erkannt. Meio sieht ja auch aus wie man sich einen bärtigen Buren vorstellt. 🙂

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Gemütlich radeln wir der Westküste entlang und machen immer mal wieder ein paar Tage Pause. Wir wollen das „Ende“ noch etwas hinauszögern :)Die Landschaft ist schön und abwechslungsreich: Die Bergkette des Cederbergmassivs begleitet uns ein Stück, sanfte Hügel wechseln sich mit der Weite des Namaqualandes ab, Flüsse – mal mit, mal ohne Wasser – durchziehen die Landschaft und bald kommen wir dann auch wieder ans Meer.

In Langebaan feiern wir dann den ersten Advent und schmücken unserer Räder etwas weihnachtlich. Ich bastle sogar ein kleines Adventskränzchen. 🙂

Und dann ist es soweit: der erste Blick auf den Table Mountain! Jeeh, nun sind wir (fast) am Ziel!

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Im Tableview, einem Vorort von Kapstadt, machen wir nochmals ein paar Tage halt, bevor wir uns tatsächlich in die Stadt wagen.

Für ein Woche quartieren wir uns im Scalabrini Guesthouse (schön, sauber, günstig) mitten in Kapstadt ein. Wir schlenderen durch die Strassen, fahren der alten Zeiten willen mit dem Minibus nach Claremont und Newlands hinaus, besuchen den Vergnügunspark „Ratanga Junction“, spazieren im Companys Garden, besuchen den Bio-Markt in Hout Bay und entdecken zu unserer Freude doch noch hie und da ein bisschen „real Africa“, so z.B. auf dem Markt beim Minibus-Bahnhof.

Wir geniessen ausserdem die schöne Landschaft auf der Kaphalbinsel und machen einen Ausflug in den Cape of Good Hope Nationalpark, zum Chapmans Peak und laufen auf den Signal Hill.

Die letzten Tage vergehen wie im Flug und das Ende unserer Reise naht – zumindest des afrikanischen Teils 🙂 Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschieden wir uns nun von Afrika und fliegen am 17.12.15 von Kapstadt nach Rom. Von dort werden gemütlich den Heimweg antretten.

Eine intensive Zeit in Afrika geht zu Ende. Wir haben viel wunderschönes, schlimmes und kurioses gesehen und erlebt. Afrika und seine Bewohner/innen werden uns als gastfreundlich, bunt, anstrendend, voll, laut, fremd, lachend und einfach wunderschön, erfrischend anders in Erinnerung bleiben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Johannesburg – Nelspruit, 13.8.-24.8.15

Der Flug verläuft angenehm ruhig. Als wir zur Gepäckausgabe laufen, sehen wir schon unsere Velos auf uns warten. Auch sie scheinen den Flug unbeschadet überstanden zu haben. Wir mieten gleich am Flughafen ein Auto und quetschen unser Gepäck und die Velos in den  kleinen Toyota. Müde checken wir im nächst besten Motel ein.

Am nächsten Tag gehts wieder voll bepackt auf Veloshop suche. Nach den Strapazen des Fluges haben unserer Velos einen Service verdient und wir wollen die kaputten Felgen ersetzen lassen. Es erscheint uns alles riesig in Johannesburg – Einkaufscentren, Autohändler, Fastfood-Läden überall, kein Gehupe auf den Strassen, die Autos blitzsauber und neu – eine total andere Welt und so gar nicht mehr „afrikanisch“. Irgendwann finden wir auch einen der drei Veloshops, deren Adresse wir vorab herausgesucht hatten. Bei CycleLab scheinen unserer Velos in guten Händen zu sein. Wir lassen die Velos dort und werden sie in ein paar Tagen, wenn wir von unserem Ausflug in die Drakensberge zurück sind, wieder abholen.

Wir quartieren uns in Graskop im Valley View Backpacker ein, wo wir im Garten zelten. Graskop ist eine kleine Ortschaft auf 1500 m.ü.M. und ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge in die Gegend um den Blyde River Canyon. Wir besichtigen verschiedene Wasserfälle, die Three Rondavels  (drei rundliche Felsformationen im Blyde River Canyon) und spazieren durch den „Rain Forest“.

Wir geniessen das angenehme, vertraute Klima hier – kein ständiges schwitzen mehr, wie im Senegal. Es ist tagsüber schön warm (ca. 23 Grad), abends kühlts dann ziemlich ab (ca. 3 Grad), es ist ja immerhin Winter hier in Südafrika. Wir sind froh, dass wir unsere Wollsocken haben. 🙂

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Nach den Tagen in Graskop geht’s zurück nach Johannesburg. Wir geben das Auto ab, holen unsere Velos und nehmen dann bald den Bus nach Nelspruit. Wir wollen nicht länger als nötig in Johannesburg bleiben. Die Häuser sind eingezäunt, eingemauert und elektrisch gesichert. Zum Teil sind Zufahrten zu Wohnquartieren mit Schranken und einem Wachmann abgeriegelt. Für die letzte Nacht in Johannesburg suchen wir uns ein Hotel im Stadtzentrum in der Nähe des Busbahnhofs. (Die anderen Nächte hatten wir in einem Motel etwas ausserhalb geschlafen.) Als wir eine Pension betreten um nach dem Preis zu fragen, kommen wir uns vor, wie im Eingangsbereich eines Gefängnisses. Nebst den üblichen Gittern beim Eingang und vor dem Schalter ist hier der Zugang zu den Zimmern gar mit einem Tor, das mittels Fingerabdruck geöffnet werden muss, gesichert… Das ist uns irgendwie too much, wirkt nicht gerade einladend… ist das wirklich nötig?? Wirklich unsicher fühlen wir uns hier eingentlich nicht, sind aber auch nur tagsüber unterwegs. Wir entscheiden uns dann aber trotzdem für ein etwas besseres Hotel (durchaus auch gesichert und bewacht, aber auf eine nicht ganz so irritierende Art) mit Dachterasse und Pool. 🙂 Es ist ausserdem noch näher am Busbahnhof, denn wir müssen morgens um 6:00 mit den Velos dahin radeln, um den Bus nach Nelspruit zu erwischen.

In Nelspruit wollen wir nun das Visum für Mozambik beantragen. Die nette Dame am Schalter will dafür aber unbedingt ein Einladungsschreiben von unserer ersten Unterkunft in Mosambik sehen. Sowas haben wir natürlich nicht. Wir versuchens dann mit einem selbstgeschriebenen Zettel – funktioniert aber nicht, sie will eine Telefonnummer um das zu überprüfen. Nun ja, man kanns ja probieren 🙂 Sie meint aber, dass wir an der Grenze auch ohne dieses Einladungschreiben ein Visum bekommen. So werden wir das Visum dann also an der Grenze besorgen. (Allenfalls mit einem echter aussehenden Einladungsschreiben im Gepäck 🙂 ) Ist uns eh recht, da wir nur ein Visum für 30 Tage erhalten, verlieren wir so nicht noch Zeit, bis wir von Nelspruit an der Grenze sind. Das heisst dann wohl wieder Busfahren in Mosambik, denn die 1800 km bis nach Malawi werden wir wohl sonst nicht in 30 Tagen schaffen. Wir wollen ja auch noch etwas schnorcheln gehen an den schönen Stränden und Inseln Mozambiks und nicht nur radeln. 🙂

 

 

 

 

Dakar, 9.8.-13.8.15

Es regnet. Heftig. Die Strassen Dakars füllen sich mit Wasser und verwandeln sich in Bäche. Stellenweise steht das Wasser hüfthoch in den Strassen. Für uns spektakulär anzusehen, für die Einwohner Dakars Normalität in der Regenzeit. Nach einem Tag ist der Spuk vorbei und wir machen eine kleine Besichtigungstour.

Die letzte Nacht vor dem Abflug verbringen wir im Hotel Sunungal, wo wir ja vor zwei Wochen unsere Velos zurückgelassen hatten. Sie sind noch da und es geht ihnen gut 🙂 Nun gehts ans umpacken für den Flug. Wir hatten uns auf dem Markt in Kaolak zwei riesige Taschen besorgt, wo ein Grossteil unserer Velotaschen nun bequem Platz darin finden. Die Velos müssen ausserdem flugtauglich gemacht werden: Lenker quer Stellen, Luft aus den Reifen lassen, Hörner, Spiegel, Kette, Wechsler abmontieren und zum Schluss stellenweise mit Karton einkleiden.

Unser Flug geht bereits um kurz vor sieben Uhr morgens – d.h. wir brechen um 3:30 zum Flughafen auf. Das Hotel Sunungal hat uns extra einen Fahrer mit einem grossen Auto organisiert, der Velos, Gepäck und uns zum Flughafen chauffiert. Die Veloaufgabe am Check-in-Schalter läuft erfreulich problemlos. Wir müssen die Velos lediglich noch einfolieren lassen – trotz dem ganzen Karton. Warum genau das zusätzlich nötig ist, kann uns aber keiner erklären. Auf die Frage „Warum?“ erhalten wir hier in Afrika sowieso höchst selten eine ergiebige Antwort – die Dinge sind einfach so wie sie sind, egal wieso 🙂
Wir verlassen den Senegal nur ungern, das Land ist uns doch irgendwie ans Herz gewachsen, obwohl nicht alles so lief wie geplant. Die frischen, saftigen Mangos werden Livia fehlen, Meio hingegen ist froh, wenn er nicht mehr ständig Bissap (Hibiskusblüten-Getränk) trinken muss. 🙂