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Kazungula – Ngoma Bridge 3.11.- 9.11.15

Beschwingt von unserem Löwen Erlebnis radeln wir nach Kasane hinein. Auf der Strecke sehen wir eine Büffelherde. Das macht dann insgesamt 3 der Big 5 an einem Tag :).

In Kasane quartieren wir uns für die nächsten Tage auf dem Campingplatz der Chobe Safari Lodge ein. Eine tolle Anlage direkt am Chobe Fluss und an der Grenze zum Chobe Nationalpark. Wir mieten ein Auto und erkunden die Chobe Riverfront. Ansonsten verbringen wir gemütliche Tage am Pool, geniessen den Ausblick auf den Fluss und machen etwas Ferien 🙂 Der Auflauf von (deutschsprachigen) Touristen hier ist enorm. Eine ziemliche Umstellung für uns, wieder so richtig im Tourismus angekommen zu sein… gerne erinnern wir uns an die Zeit zurück, als die Begegnung mit anderen weissen Menschen auch für uns eine kleine Attraktion war. 🙂

Nach einigen Tagen brechen wir nach Namibia auf. Die gut 50 km bis zum Grenzposten Ngoma Bridge führen grösstenteils durch den Chobe Nationalpark. Wir radeln also zum Gate des Parks und warten da auf eine Mitfahrtgelegenheit. Die Parkranger hier am Gate hätten uns mit den Rädern gar nicht auf die Transitstrecke gelassen… obwohl wir von anderen Velofahrenden gehört haben, dass sie da durch geradelt sind… nun ja, für uns ist klar, dass wir nicht radeln, ob wir nun dürften oder nicht. 🙂
Wir warten ca. eine Stunde bis uns jemand mitnimmt. Es ist ein Trucker-Pärchen aus Südafrika, dass mit einer Lastwagenladung Smirnoff von Upington nach Katima Mulilo unterwegs ist. Eigentlich dürfen sie keine Leute mitnehmen und da die Führerkabine videoüberwacht ist, können sie das auch nicht heimlich tun. So rufen sie extra ihren Chef an und bitten um Erlaubnis uns durch den Park zu chauffieren. Er ist dann so nett und gibt ihnen grünes Licht. Während der Fahrt sehen wir Kudus, Giraffen, Zebras und Elefanten – das wäre ja mit dem Fahrrad kein Problem gewesen 🙂 Direkt am Granzposten steigen wir aus und verabschieden uns von den Beiden. Wie üblich gehe ich mit unseren beiden Pässen zum Schalter um den Ausreisestempel zu holen, während Meio draussen bei den Velos wartet – dieses mal funktionierts aber nicht, der Grenzbeamte will Meio tatsächlich sehen. 🙂

Victoria Falls – Kazungla, 2.11.- 3.11.15

Von Livingstone ist es nur einen Katzensprung an die Grenze zu Zimbabwe. An der Grenze erhalten wir ein Transit-Visum für 3 Tage, das uns 30 USD pro Person kostet. Wenn man nur für einen Tag einreist, was viele Leute machen um die Victoria Falls zu besichtigen, kostet das Visum 50 USD… afrikanische Logik 🙂
Kaum fahren wir nach Victoria Falls hinein, fängt es an zu regnen. Jeh, toll – man vermisst hin halt doch irgendwann, den Regen, wenn man ihn so gar nie mehr hat 🙂 Bis wir dann aber auf dem Campingplatz des Shoestring Backpackers ankommen, hat es bereits wieder aufgehört und wir können unser Zelt im trockenen aufstellen.

Am Nachmittag schlendern wir durch den sehr touristischn Ort und besichtigen die Victoria Falls. Wir haben die Fälle schon vor gut 5 Jahren einmal besichtigt. Damals waren wir aber im Mai hier, dann bringt der Zambezi am meisten Wasser und von all der Gischt und dem Dunst der dann entsteht, konnten wir die Fälle damals eigentlich gar nicht sehen. Im November hat der Zambezi ziemlich wenig Wasser, so dass wir nochmals einen Versuch wagen – und es lohnt sich! 🙂

Am nächsten Tag ist unser Abstecher nach Zimbabwe schon wieder zu Ende. Auf der Transit-Strecke durch das Zambezi-Naturschutzgebiet radeln wir die 70 km bis Kazungula, zur botschwanischen Grenze. Unterwegs sehen wir diverse Spuren, die auf Elefanten hinweisen (Elefanten-Kot, umgeknickte Bäume). Wir halten als die Aufen offen und sind wachsam. Und tatsächlich treffen wir auf zwei Elefanten – wow so toll! Sie stehen einige Meter neben der Strasse und fressen in aller Ruhe, beinahe hätten wir sie gar nicht gesehen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie diese grauen Riesen im Gebüsch fast unsichtbar werden. In einigem Abstand wagen wir es, kurz stehen zu bleiben. Sie reagieren nicht gross auf uns, wir lassen sie aber doch bald wieder ungestört ihr Frühstück genissen.

Kurze Zeit später machen wir Rast am Strassenrand, als ein Auto anhält. Der Fahrer teilt uns mit, dass wir wohl besser aufstehen, denn ca. 6 km weiter liegen 5 Löwen neben der Strasse. Wow, shit, damit hätten wir jetzt nicht gerechnet… der Mann meint aber, sie hätten gerade was gerissen und sich satt gefressen, daher können wir schon an ihnen vorbeiradeln… super, danke, das ist ja beruhigend … ;/ Als wir noch am Strassenrand stehen und beraten, was wir nun tun sollen, kommen noch mehrere Autos vorbei, die uns alle das Gleiche mitteilen und auch alle der Ansicht sind, dass es kein Problem sein sollte an ihnen vorbei zu fahren, da die Löwen nicht mehr hungrig sind… naja, Afrikaner haben da wohl ein etwas anderes Sicherheitsgefühl, was Löwen anbelangt als wir, denn uns ist definitv nicht wohl beim Gedanken alleine mit dem Velo an einem Rudel Löwen vorbeizufahren… Wir halten also ein Auto auf, das in unserer Richtung fährt und schildern den drei jungen Männer unser Problem. Wir bitten sie um Begleitschutz für die nächsten Kilometer, so dass wie im Schutz des Autos an den Löwen vorbei können. Sie sind gleich dazu bereit und so fahren wir nun gemeinsam mit dem Auto los… Ein entgegenkommendes Polizeiauto hält an und der Polizist teilt uns mit, dass inzwischen nur noch eine Löwin neben der Strasse liegt. Auch er meint, dass wir im Schutz des Autos gut an ihr vorbei können. Also geht’s weiter…. die 6 km erscheinen uns endlos… die Löwin kommt einfach nicht in Sicht… wir wollen es endlich hinter uns bringen und werden immer nervöser… und dann endlich: da liegt sie, ganz still im Gebüsch ca. 4-5 Meter neben der Strasse… wir radeln vorbei und sie bleibt ruhig liegen und schenkt uns kaum Beachtung – zum Glück 🙂 Sie erscheint uns riesig! Das Auto begleitet uns noch etwas, die letzten 10 km bis zum Grenzposten bringen wir dann aber alleine (und recht zügig) hinter uns. Adrenalin pur! Wir brauchen etwas, bis wir realisieren, was wir gerade erlebt haben… und für uns ist klar: einmal und nie wieder, Velo-Safari ist definitiv nichts für uns! An diesem Tag diskutieren wir noch lange über das Erlebte und wie wir nun weiter machen. Es war schon toll, der Löwin vom Velo aus zu begegnen, aber einmal im Leben reicht 🙂 Wir werden also nicht quer durch Botswana runter radeln, wie wir eigentlich vor hatten, denn Botswana ist voller Nationalparks – ohne Zäune! Und wir wollen möglichst weitere unerwartete Zusammentreffen mit Simba und co. vermeiden. So werden wir also nur kurz in Botswana sein und dann ziemlich gleich nach Namibia weiterfahren.

Mwanza – Monkey Bay, 29.9.15- 8.10.15

Hallo Malawi 🙂 Die Einreise ist gewohnt unkompliziert und schnell erledigt. Nach Geldwechseln und Geldbeziehen sind unsere Portemonnaies prall gefüllt – mit umgerechnt ca. 200 Chf! Der Wechselkurs ist 1:550 und die grösste Kwacha-Note ist die 1000er Note… Wir kehren ins erst beste Restauräntli nach der Grenze ein und bei einem kalten Wasser, einem Teller Popcorn und einer Portion Pommes erholen wir uns von den strengen letzten Kilometern. Wir fahren heute nicht mehr weiter sondern suchen uns hier eine Unterkunft. Zelten ist hier nicht so ideal, daher nehmen wir ein Zimmer in der Betania Lodge – klingt nach weit mehr als es hergibt… aber unserer Luftmatratzen und Schlafsäcke lassen sich ja auch auf dem Bett ausbreiten und gegen eine Pet-Flaschen-Dusche ist auch nichts einzuwenden 🙂

Am nächsten Tag starten wir wieder früh um die kühleren Morgenstunden auszunutzen. In Malawi gehts erst mal hügelig weiter. Wir sind in bester Gesellschaft, zahlreiche Velofahrende tummeln sich auf den Strassen. Das Fahrrad ist hier auch Öffentliches Verkehersmittel: einfach den Gepäcksträger polstern und schon hat man ein Fahrrad-Taxi 🙂 Autos hats fast keine, wohl weil auch hier der Benzin pro Liter 1.50 CHF kostet! Überall hat es viele Menschen. Man merkt, dass Malawi einer der am dichtesten bevölkerten Staaten Afrikas ist. Als wir in einem Örtchen unseren Mittagsrast halten, hören wir plötzlich das Gebimmel eines Glace-Wagens. Wir lachen und denken wir haben wohl etwas zu viel Sonne abbekommen… Doch tatsächlich fährt ein ami-sytle Eiswagen vor, der Erdbeer-Softice verkauft! 🙂 Meio nutzt die Gelegenheit und gönnt sich eines.

Am Nachmittag radeln wir noch etwas weiter. Meio fühlt sich aber zunehmend unwohl. Wir suchen uns ein Plätzchen zum schlafen und fragen in einem Dorf um Zelt-erlaubnis. Es findet gerade ein Security-Ausbildungs-Treffen statt. Ein Polizist aus Blantyre ist extra angereist um lokale Nightguards zu instruieren, die hier in der Gegend nachts ihre Runden drehen sollen. Es sei vermehrt zu Diebstählen gekommen in letzter Zeit. Wir dürfen hinterm Haus der Securitys unser Zelt aufschlagen. Der Polizist aus Blantyre deckt uns mit Sandwiches und Wasser ein. Die Sandwiches bleiben alle Livia, denn Meio muss sich kaum sind wir von den Velos gestiegen das erste Mal fluchtartig hinter einen Busch stürzen um sich zu übergeben. Ob ihm wohl das Softice nicht bekommen ist? Während Livia das Zelt aufstellt, alles einrichtet, und Meio sich ausruht – zwischen seinen Ausflügen hinter den Busch – gruppiert sich eine Schar Kinder aus dem Dorf um uns. In einigen Metern Abstand setzen sie sich hin und beobachten jeden unserer Handgriffe. Sie bleiben bis es zu dunkel ist um uns weiter zuzusehen.
Am nächsten Morgen fühlt sich Meio zum Glück bereits bedeutend besser und wir schaffen es – mit ein bisschen mehr Pause als sonst – bis nach Liwonde am Shire River. Hier machen wir Pause, so dass sich Meio vollständig erholen kann. Meios FlipFlops müssen auch schon wieder geflickt werden. Die Sohle hat ein Loch, daher lassen wir dieses Mal einen Profi ran 🙂

Wir besuchen ausserdem den Liwonde Nationalpark und machen da eine Walking-Safari. Es ist toll zu Fuss durch die schöne Landschaft zu spazieren und diverse Spuren der Tiere erklärt zu bekommen. An einem Fussabdruck eines Elefanten wird uns wieder einmal bewusst, wie gross die Tiere sind, denn Livia findet bequem Platz darin. 🙂 Wir sehen Warzenschweine, Buschböcke, Affen, ein Krokodil, Hippos und können 5 Elefanten beobachten, wie sie den Fluss durchqueren – einfach schön 🙂

Von Liwonde aus radeln wir vorbei an Baumwollfeldern, Maisäckern und Ziegeleien durch zahllose Dörfer Richtung Malawisee. Überall gibt es Tomaten und Popcorn zu kaufen und an Strassenständen werden gebratenen Maiskolben und selbstgemachte Pommes verkauft. Wir flitzen nur so dahin, denn es ist endlich mal wieder flach 🙂 Die Gegend um den See ist wieder touristischer. Was wir nicht nur an den wieder vorhandenen Campingplätzen sondern auch an den „Give-me-money“-Rufen der Kinder merken, die wir wieder vermehrt vernehmen. Wir nehmens aber im Moment noch recht gelassen… Bereits am Mittag erreichen wir einen schönen Campingplatz direkt am See und nehmen ein erstes erfrischendes Bad – herrlich.

Am nächsten Tag geht’s weiter zum Cape Maclear im Lake Malawi Nationalpark. Eine schöne Passstrasse führt durch den Nationalpark zum Cape in die Ortschaft Chembe. Da Chembe mitten im Nationalpark liegt, hätten wir uns das etwas ruhiger und naturbelassener vorgestellt. Es ist ein kleiner Ort aber auch wieder voller Menschen, es gibt einige kleine Baren und Läden, und Lodges und Campingplätze für Touristen. Die Lage am See mit Blick auf die Inseln ist sehr schön. Am Seeufer herrscht ein reges Treiben: Wäsche waschen, Geschirr spülen, baden, schwimmen, Fischerboote kommen und gehen – es ist immer was los und es gibt Vieles zu beobachten. 🙂 Etwas ausserhalb von Chembe am Otters Point finden wir dann einen ruhigeren Strandabschnitt mit schönen Felsen wo wir herrlich in Ruhe baden und schnorcheln können.

Dann gehts zurück über die Passstrasse nach Monkey Bay, wo wir uns im Mufasa Backpacker nochmals einen Tag am See gönnen. Es ist wieder ein wunderschönes Plätzchen hier: runde Felsen, klares Wasser, Sand und schattenspendende Bäume.

 

 

 

 

 

 

Ressano Gracia – Vilankulos, 1.9.15 – 15.9.15

Der Grenzübertritt nach Mozambik verläuft einmal mehr problemlos. In ca. 45 min ist alles erledigt  – samt Visum besorgen und trotz mehrmaligen, stromausfallbedingten Verzögerungen. Die erste Nacht verbringen wir kurz nach der Grenze. Am nächsten Morgen radeln wir über sanfte Hügel und an kleinen Dörfern vorbei nach Maputo hinein. Nach Dakar erscheint uns Maputo vergleichsweise ruhig und übersichtlich. Wir quartieren uns hier im Fatimaˋs Backpacker ein, bis wir das Visum für Malawi organisiert haben.

Auch hier, kein Problem: bereits am nächsten Nachmittag nach der Beantragung können wir unsere Pässe wieder abholen. Allerdings kann das Visum nur in US Doller bezahlt werden (100 USD pro Person!), so dass wir erst mal noch Geldwechseln müssen.

Es ist immer wieder interessant, mit der afrikanischen „Bürokratie“ zu tun zu haben (Konsulate, Grenzposten, Zoll, Banken, Polizeikontrollen…) 🙂 Es beginnt bereits, wenn wir mit den Velos vorfahren: für das Wach- bzw. Empfangspersonal eine völlig neue Situation – wo können die Velos bloss abgestellt werden?! Grundsätzlich einmal sicher nicht dort, wo wir es für gut empfinden, so dass wir in der Regel ein, zwei mal umparkieren müssen, bis es für alle passt. Ohne seine Personalien mindestens einmal in ein grosses, dickes Buch einzutragen geht sowieso gar nichts. Computer sind keine Selbstverständlichkeit, Papier und Unterlagen stapeln sich überall. Formulare ausfüllen ist ein grosses Thema, es wird oft und gerne verlangt, zu allen möglichen Zwecken. Personal ist immer sehr zahlreich vorhanden, Arbeit hingegen nicht zwingend, so dass man sich ganz offen mit seinem Handy oder mit Zeitunglesen die Zeit vertreibt. (Nicht so wie bei uns, wo man immer noch versucht möglichst beschäftigt auszusehen 🙂 Obwohl wir die Motivation oder gar Freude an der Arbeit bei Vielen vergeblich suchten, wurden wir doch meistens anständig behandelt. Schmiergeld oder Ähnliches war nie ein Thema. So hatten wir bisher keine wirklich schlechten Erfahrungen in diese Richtung. Mit etwas Geduld und dem Bewusstsein, nicht alles verstehen zu müssen, klappt das eigentlich ganz gut 🙂

Mit einem Chapa (30-Platz-Bus) fahren wir morgens um 5:00 Uhr von Maputo los nach Tofo. Wir können direkt beim Fatimaˋs Backpacker einsteigen. Dann geht’s erst Mal zum Busbahnhof in Maputo – der Bus muss ja noch gefüllt werden. Die pure Hektik bricht aus: es wir geschrien, um Tickets und Preise diskutiert, Leute steigen aus und ein, Gepäck wird hin und her gehieft, Händler/innen mit Brot, Äpfeln, Toilettenartikeln, Schmuck, Getränken, Cashewnüssen etc. klopfen an die Fenster des Busses… eine Stunde und zwei Runden über den Busplatz später ist der Bus voll und wir fahren los. Bis wir aus Maputo draussen sind, wird nochmals fleissig ein- uns ausgestiegen, so dass wir nach fast zwei Stunden erst ca. 10 km Strecke hinter uns gebracht haben. Doch dann geht’s los, wir kommen vorwärts. Als wir an einer Tankstelle WC-Pause machen, wird festgestellt, dass wir einen Platten haben. Gut, kann gleich hier repariert werden und bald geht’s. Der Reifen hält nicht lange, bald hört man es Knallen und wir halten wieder an. Der kaputte Reifen wird abmontiert und dank Zwillingsbereifung kann ja auch ohne diesen weitergefahren werden… Als wir uns dem Ziel langsam nähern, fängt das Ein- und Aussteigen wieder an … zum Teil in 20 Metern Abstand… nach elf (!) Stunden haben wir die 500 km geschafft und erreichen Tofo.

Tofo ist bekannt fürs Tauchen und Schnorcheln. Vor einigen Jahren war Tofo noch ein winziges Fischerdorf ohne jegliche touristische Infrastruktur. Heute hat es diverse Tauchschulen und zahlreiche Backpackers, Guesthouses und Lodges, die oft illegal am Strand erbaut wurden. Der Ort selbst ist aber immer noch sehr klein. Eingekauft wird auf dem Markt, der nächste Geldautomat ist 5 km entfernt.

Wir machen eine „Ocean Safari“ (Ausflug um mit Walhaien zu Schnorcheln). Leider finden wir keine Walhaie und können daher nicht ins Wasser. Dafür sehen wir einen Buckelwal. 🙂

Nach Tofo ist unser nächster Halt Vilankulo. Dort wollen wir nochmals Schnorcheln und die Inseln des Bazaruto Archipels besuchen. Mit dem Velo geht’s also nach Inhambane, von dort mit dem Boot nach Maxixe und dann per Bus nach Vilankulo. Wir nehmen einen grossen (chinesischen) Reisebus der von Maputo kommt. Es hat noch ein bisschen Platz und wir verladen die Velos und unser Gepäck unten im Gepäcksraum. Wir steigen ein uns sehen nur Menschen und Gepäck – überall! Statt der üblichen vier Sitze pro Reihe hat dieser Bus fünf. Die Sitzplätze und der Mittelgang fallen entsprechend schmaler aus. An ein normales Durchkommen im Gang ist eh nicht zu denken, dieser ist vollgestellt mit Reis- und Mehlsäcken, Taschen, Kartonschachteln und anderen Gepäcksstücken, die auf dem Schoss der Menschen und unter den Sitzen keinen Platz mehr fanden. Wir quetschen uns irgendwie durch das Gewusel und finde zwei freie Sitzplätze. Interessant wird’s, wenns ans Aussteigen geht. Im hintersten Teil des Busses befindet sich das Gepäcklager für die grossen Stücke, sogar ein Velo ist dabei 🙂 . Man muss also durch den winzigen Gang über diverse Taschen, Kanister und Rucksäcke klettern um seine Gepäcksstücke aus dem Haufen auszugraben…. Es ist ein ständiges Gequetsche und Gedränge, zum Glück ist unser Gepäck untern drin 🙂

 

Von zwei Schweizern, die wir zufällig in Maputo trafen, wurde uns Marimba als Unterkunft in Vilankulo empfohlen. Es liegt 20 km ausserhalb von Vilankulo im Busch. Mit dem Fahrrad kommen wir da nicht hin, da eine Sandpiste nach Marimba führt. Wir wissen aber, dass das Marimba-Team ihre Gäste in Vilankulo abholt, wenn man anruft. Nun ja, wir haben ja noch immer kein Telefon… Jonas vom „Tourismus Büro“ ist dann aber so nett und ruft für uns bei Marimba an, so dass wir bald darauf abgeholt werden.
Marimba wird von Marcel und Isabel aus der Schweiz geführt. Zusammen mit ihrem Team haben sie hier im Busch ein kleines Paradies aufgebaut. Die ruhige Anlage ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Ein Spazierweg führt in 3 Minuten hinunter zum unberührten Strand. Für den Ausflug auf die Inseln wird man direkt hier am Strand abgeholt. Wir verbringen hier ein paar schöne Tage in persönlicher Atmosphäre und geniessen das gute Essen – wir entdecken unserer Vorliebe für Krebs und Fisch! 🙂

 

 

 

Nelspruit – Komantipoort, 25.8.- 31.8.15

Endlich gehts wieder mit den Velos weiter. Die mozambikanische Grenze naht – zuerst machen wir aber ganz spontan für ein paar Tage einen Abstecher in den Krüger Nationalpark. Das stand eigentlich nicht auf dem Plan, aber als wir eines Morgens in Malelane (3 km vom Gate in den Krüger) direkt an einer Autovermietung vorbeiradelten sahen wir das als Zeichen und mieteten uns ein Auto. (Ja, schon wieder 🙂 ) Wir genossen die Tage und sahen viele schöne Tiere.

Die Frau von der Autovermietung war so begeistert von unserer Veloreise, dass sie unbedingt ein Foto von uns und unseren Velos wollte. Sie konnte es kaum glauben, dass all die Taschen, die wir aus dem Auto luden, nun an unseren Velos Platz finden. 🙂 tmp_4540-20150831204751001764467373

Wir radeln weiter bis nach Komantipoort, der letzten Ortschaft vor der Grenze. Meio plagt die Angst, es könnte in Mozambik vielleicht keine Burger mehr geben, so mussen wir in Komantipoort im Wimpy einen „letzten“ Burger essen gehen. 🙂 Im Wimpy treffen wir auf Tim. Er betrachtete unsere Velos neugierig, so kamen wir ins Gespräch. Er ist selbst begeisterter Velofahrer und fährt auch mehrtägige/-wöchige Velorennen überall in Afrika – das mit 65! Zusammen mit seiner Frau Annette macht er auch gern mehrwöchige Velotouren. Erst kürzlich sind sie von Maputo (Mozambik) nach Lüderitz (Namibia) geradelt. Sonst sind die Beiden auch gern mal einige Zeit mit dem Kanu auf dem Zambezi unterwegs. Zwei richtige Abenteurer, wie es scheint. Nebst all den Reisen führen die Beiden die Bushwise Safari Lodge in Marloth Park. Tim lädt uns ein heute bei Ihnen zu übernachten. Wir sagen zu, obwohl wir 25 km (in die „falsche“ Richtung) radeln müssen um die Lodge zu erreichen. Mit einem Burger im Magen ziehen die sich ganz schön hin…. aber es lohnt sich! 🙂 Als wir ankommen empfängt uns Annette herzlich. Wir bekommen ein tolles Zimmer mit Glasfront und erfrischen uns im Pool mit Blick in den Krüger Nationalpark. Annette besteht darauf, unsere dreckige Wäsche zu waschen – da sagen wir nicht nein 🙂 Es folgt ein Sundowner-Ausfahrt an der Krüger-Park-Grenze entlang und ein herrliches Abendessen unter freiem Sternenhimmel. Auf dem Weg in unser Zimmer sehen wir eine Gruppe Zebras, die direkt vor unserer Terrasse vorbei zieht. Zebras, Giraffen, diverse Antilopen, Strausse und Warzenschweine leben hier frei in der Gegend um Marloth Park. Herzlichen Dank an Tim und Annette für einen tollen Abend und eure Gastfreundschaft!

Am nächsten Morgen werden wir von einem Angestellten der Lodge noch zur Grenze begleitet, er will auf die Velos aufpassen, solange wir drinnen die Formalitäten erledigen und das Visa holen. Anscheinend habe es hier viele Diebe… es klappt alles wunderbar und nach dem dritten Anlauf, schaffen wir es nun endlich über die Grenze nach Mozambik! 🙂

St. Louis – Dakar, 22.7.15 – 9.8.15

Wir bleiben noch einige Tage in der Zebrabar bevor wir uns wieder auf die Räder schwingen und Richtung Dakar aufbrechen. Wir merken, dass wir langsam in tropisches Gebiet kommen: die Landschaft wird grüner (es wächst sogar Gras! :)) und die Luftfeuchtigkeit steigt. Wir schwitzen ständig, auch wenn wir nicht Velofahren. Wir werden von den „Toubab, Toubab“-Rufen („Weisser/Weisse“ auf Wolof) der Kinder begleitet wenn wir durch die Dörfer fahren.


Das Strassenbild Dakars ist laut, bunt, nach Abgas stinkend, chaotisch, vollgestopft, musikerfüllt. Pferdekarren, Busse (wunderschön bunt bemalt), Fussgänger, Mopedfahrende und Autos in allen Grössen, Preisklassen und „Verfallsstadien“ drängen sich aneinander vorbei. Mitten drin zwei Velofahrende 🙂 30 km Stadtverkehr müssen wir hinter uns bringen, bis wir in zentrumsnähe sind – Horror und Faszination zugleich.

Wir entscheiden uns spontan ein Auto zu mieten und damit den südlicheren Teil Senegals und Gambia zu erkunden. Am Flughafen finden wir nebst alle gängigen Autovermietern auch eine kleine lokale Firma. Nach etwas handeln bekommen wir von ihr das beste Angebot. Es folgt das Üblichen hin und her und etwas Warterei bis der Chef eintrifft um mit uns das Schriftliche zu regeln (die anderen drei Herren im winzigen Büro sind dazu wohl nicht bemächtigt…). Ordnungsgemäss will man auch einen Führerschein sehen, den Meio blöderweise im Hotel gelassen hat. Nun gut, improvisieren ist angesagt. Ein Blick ins Portemonnaie zeigt, dass da ja diverse andere Kärtchen vorhanden sind… so geben wir kurzerhand den Blutspender-Ausweis als Führerschein aus – und es klappt wunderbar 🙂 Bald darauf können wir mit unserem Ford Figo losdüsen. (Die Velos sind sicher im Hotel Sunungal untergestellt, bis wir sie in zwei Wochen wieder abholen)

Wir fahren los Richtung Sine-Saloum-Delta und Gambia. Pünktlich mit unserem (kurzzeitigen) Wechsel zum Auto als Fortbewegungsmittel setzt auch der Regen ein – heftig, langanhaltend und in regelmässigen Abständen. Oft haben wir an heissen Velofahrtagen von einem erfrischenden Regenguss geträumt. Angesichts diesen Regenmengen sind wir aber nicht traurig jetzt im Auto zu sitzen.

Die Strassen sind in sehr schlechtem Zustand und werden je länger je schlechter je weiter in den Süden wir kommen. Selbst Nationalstrassen sind oft nicht geteert und falls doch, mit riesigen Schlaglöchern übersäht. Der Regen tut sein Übriges dazu. Wir wussten zwar, dass die Strassen nicht gut sein werden, aber mit so etwas haben wir nicht gerechnet. Wir müssen einsehen, dass wir es nicht bis Gambia schaffen werden mit diesem Auto. Wir wollen nicht gebrochener Achse am Strassenrand stehen, wie so viele andere, an denen wir vorbeifahren…

Wir kehren also um. Auf dem Rückweg nach Dakar verbringen wir einige Tage in Kaolak, Zentrum der senegalesichen Erdnussindustrie. Danach quartieren wir uns für einige Tag in Popenguine ein. Ein netter kleiner Ort am Meer. Wir kommen im Maison d´Hotes Ebéne unter. Eine schöne, kleine, liebevoll gestaltete Bungalow-Anlage. Zum Frühstück werden wir jeweils mit warmem Brot und frischen Mangos verwöhnt.

Von hier aus machen wir auch eine Ausflug ins Reserve de Bandia, ein Tier- und Naturschutz Reservat.

Die letzten Tage bevor wir das Land der Mangos und Baobabs verlassen verbringen wir in Dakar. Im Wohnviertel Yoff am Strand zeigt uns Dakar seine ruhigere Seite. Wir nächtigen hier bei Ruth aus Bern im Hotel Keur Diame.

 

 

 

 

 

 

 

Diama – St. Louis, 18.7.-22.7.15

Die Grenze zum Senegal ist schnell und problemlos überquert. Es ist ein kleiner und sehr ruhiger Grenzübergang. Als wir schon fast losfahren wollen, fällt uns ein, dass wir ja noch unsere Ouguyas (Mauretanische Währung) loswerden müssen. Die sonst so zahlreichen Geldwechsler an den Grenzen fehlen hier völlig – jetzt, da man sie mal brauchen würde. Wir finden aber einen Grenzbeamten der uns wechseln kann. Hmm, hat den Senegal bereits den CFA (Westafrikanischer France)? Und zu welchem Wechselkurs können wir tauschen? Wir haben keine Ahnung und müssen uns einfach darauf verlassen nicht allzusehr übers Ohr gehauen zu werden 🙂 Als wir gerade wieder losfahren wollen, kommt uns eine Herde Kamele entgegen und wir müssen schauen, dass wir nicht unter die Hufe kommen. Die Tiere sind riesig! Wir kommen uns richtig klein vor mit unseren Rädern, wie wir da so zwischen den Kamelen stehen.
Die Strecke nach St. Louis ist schnell zurückgelegt. Die Strasse ist neu geteert und wir flitzen nur so über den Asphalt. Senegal ist im Vergleich zu Mauretanien schon fast sauber. Die Läden und Tankstellen sind schön und klar beschriftet, die Kühlschränke in den Shops sind nicht mehr nur Stauraum sondern kühlen auch tatsächlich, es gibt Treppen und die Häuser sind gepflegt und bunt gestrichen. Toll, wir fühlen uns gleich wohl! 🙂
Wir fahren durch St. Louis zum Campingplatz „Zebrabar“, der von Martin und Ursula aus der Schweiz geführt wird. Am Eingangstor steht ein gelber Toyota: Mareike und Andreas sind auch da! 🙂 Es ist ein wunderschöner Ort hier, direkt am Senegalfluss gelegen – eine richtige Oase. Der Campingplatz liegt im Parc National de la Langue de Barbarie. Vom hauseigenen Aussichtsturm hat man einen herrlichen Blichk über die Gegend bis zum Atlantik. Es hat viele bunte Vögel und hie und da kommen Affen und Leguane zu Besuch. Am Flussufer wimmelt es von kleinen Krebsen. Am Abend kommen auch Krebse an Land, diese sind dann allerdings ziemlich gross und krabbeln überall rum – auch im Zelt! Wir bleiben einige Tage hier, lassen Livias Eiterblasen an den Knöcheln ausheilen und planen unser weiteres Vorgehen. Wie solls nach Senegal und Gambia weitergehen?

 

Wir haben uns nun entschieden nicht nach Mali zu reisen. Die Sicherheitslage ist uns zu heikel um mit dem Velo durchzufahren. Der Küste entlang weiter runter kommt für uns auch nicht in Frage, da wir dann durch Ebolagebiet (Guinea, Sierra Leona, Liberia) müssten. Dies nicht vorrangig wegen der Ansteckungsgefahr – die Lage scheint sich ja Grösstenteils entspannt zu haben –  sondern weil es wohl nicht einfach werden würde mit Stempeln aus diesen Ländern im Pass weiter zu reisen. So kommen wir also über Land nicht mehr weiter, wir müssen fliegen. Mit  den Fahrrädern wollen wir nicht zu oft fliegen und vorallem nicht umsteigen müssen. Laut unseren Recherchen kann so eine Flugreise für Velos recht belastend sein und es kommt nicht selten vor, dass auch mal was (kleines) kaputt geht. Nachdem wir diverse Flugverbindungen ab Dakar abgeklärt haben, bleibt zu unserer Enttäuschung als einzige vernünftige Verbindung nur Johannesburg übrig. Das ist uns eigentlich schon viel zu weit südlich. Wir freunden uns dann aber doch mit dem Gedanken an. Irgendwo zu sein, wo wir uns schon ein wenig auskennen, erscheint uns plötzlich verlockend. Wir merken, dass wir eine kleine Pause brauchen und beschliessen in Südafrika gleich etwas „Veloferien“ zu machen. Mit einem kleine Mietauto werden wir ein paar Tage etwas rumfahren – viellecht nach St. Lucia ans Meer, wo es uns letztes Mal sehr gut gefallen hat. Danach solls dann mit frischer Energie mit den Velos durch Mozambique Richtung Malawi und Sambia gehen.

Es ist toll, täglich so viel Neues zu sehen, Menschen zu begegnen und mit dem Velo unterwegs zu sein, aber auch wahnsinnig anstrengend. Wo schlafen wir heute? Haben wir genügend Wasser? Wo können wir Essen einkaufen? Sind die Strassenverhältnisse velotauglich? Fragen, die täglich beanwortet werden wollen. So oft angebettelt zu werden setzt uns auch etwas zu, es ist schwierig, da den richtigen Umgang zu finden. Wir sind Wind, Wetter und Menschen dirket ausgesetzt – ein eigentlicher Rückzugsort fehlt. Aber das wollten wir ja 🙂

 

 

Nouakchott – Diama, 14.7.-17.7.15

Wir verabschieden uns von Mareike und Andreas und brechen Richtung Senegal auf. Die Landschaft verändert sich: es wird hügeliger und es wachsen sogar Bäume 🙂 Wir hören Vögel zwitschern und merken erst, dass uns das gefehlt hat. Die Gegend ist dichter besiedelt und wir fahren oft durch kleine Dörfer. Dies hat zur Folge, dass wir den ganzen Tag vom Rufen der Kinder begleitet werden. „Monsieur, Madame, donne moi une cadeau, donne moi une stilo“ tönt es ständig hinter uns her. Einer wills gleich wissen und will statt einem Kugelschreiber gar 50 Euro haben…
Wir übernachten wieder bei den Polizeicheckpoints, da wir nicht wieder eingesammelt werden wollen 🙂 Es ist interessant, dass uns von den Polizisten immer wieder erklärt wird, was für ein sicheres Reiseland Mauretanien ist, wir aber trotzdem unbedingt bei ihnen schlafen müssen… nun ja, wir haben uns immer sicher gefühlt, auch wenn wir mal nicht in der Obhut der Gendarmerie waren. Bei einem Checkpoint werden wir zum Essen eingeladen: es gibt Datteln, Milchsuppe, Kamel- und Ziegenmilch und dann noch einen Fleisch-/Kartoffeleintopf.

Kurz vor der Grenze zum Senegal beginnt der Parc National Diawling. Uns wurde gesagt, die Strasse sei zum Teil sehr schlecht. Wir wagen uns trotzdem hinein und sind eher positiv überrascht. Die meiste Zeit gehts ziemlich gut und wir können den Wellblech- und Sandstellen ganz gut ausweichen. Als wir Mittagsrast machen kommt plötzlich ein gelber Toyota Hilux angefahren: Mareike und Andreas! Und sie haben sogar eine kühle Cola und einen Icetea für uns dabei – super, herzlichen dank! 🙂 Wir plaudern ein wenig und sie fahren weiter. Wir wollen uns nochmals etwas hinlegenlegen bis die ärgste Hitze vorbei ist. Da hören wir ein Rascheln uns sehen auf der anderen Seite des Weges, nur wenige Meter entfernt, ein Warzenschwein mit ihrem Jungen. Sie verschwinden gleich wieder hinterm Gestrüpp und wir warten gespannt, ob sie nochmals auftauchen. Pötzlich quickt es hinter uns und das Warzenschwein steht nur ca. 3 Meter hinter uns und beäugt uns skeptisch. Es entfernt sich bald wieder etwas und kommt noch einige Male ziemlich nah an uns heran – zu nah für unseren Geschmack. Wenn man auf dem Boden sitzt, wirken sie auf einmal doch recht gross… 🙂 Es scheint ihm nicht zu gefallen, dass wir hier sitzen. Als es sich dann etwas länger nicht mehr zeigt, beschliessen wir weiterzufahren. Auf dem Weg bis zum Grenzposten in Diama sehen wir noch viele weitere Warzenschweinfamilien. Auf dem Velo sitzend scheinen sie aber mehr Angst vor uns als wir vor ihnen zu haben. 🙂

Gegen Abend kommen wir an der Grenze an und übernachten da. Es ist herrlich, das Wasser des Senegalflusses zu sehen, nach der ganzen Zeit in der Wüste. Gerade als wir fertig gegessen hatten, kommen tausende von Mücken und schwirren um uns rum – wahnsinn, sowas haben wir noch nie gesehen! Wir flüchten ins Zelt und wagen uns erst am Morgen wieder hinaus, als das Surren draussen etwas abnimmt. Und dann gehts ab in den Senegal. 🙂

El Mareny de Barraquetes – Tarifa, 16.5. – 7.6.15

Wir haben mit unserem Material zu kämpfen: Meios Pedallager ist bereits hin, Livias Veloständer ist abgebrochen, unser Solarpanel hat den Geist aufgegeben und der Bildschirm des Tablets ist gebrochen. Die ersten beiden Defekte lassen sich unkompliziert hier vor Ort regeln, zumal Livias Veloständer direkt vor einem Veloshop abbricht. 🙂 Auf das Solarpanel wolllen wir nicht verzichten und etwa vergleichbares ist hier in Spanien nicht zu finden, daher beschliessen wir, uns ein neues schicken zu lassen. Wir lassen es uns auf einen Campingplatz in Aguilas schicken, wo wir einige Tage später sein werden. Auf dem Weg nach Aguilas machen wir Bekanntschaft mit anderen Fernradlern. Unter anderem mit Tyson aus San Diego, der auch nach Afrika unterwegs ist und den Kontinet gar umrunden will.Radlerkollege Tyson aus San Diego fährt auch nach Afrika
Ansonsten führt uns der Weg durch schöne, hügelige Landschaften, die zunehmend trockener werden. Morgens sehen wir oft Hasen und hie und da auch mal eine Schlange, die sich am Strassenrand aufwärmt.


In Aguilas warten wir bis das Päckli kommt und vertreiben uns die Zeit mit baden und schnorcheln in den zahlreichen schönen Buchten in der Gegend.


Nach 10 Tagen ist das Päckli immer noch nicht da – und es wird auch nicht mehr kommen. Es wird vom Zoll in Madrid, wo es seit einigen Tagen liegt, wieder zurück nach Hause geschickt. Der spanische Zoll hätte eine Identitätsnachweis des Empfängers gebraucht, um das Päckli weiterzuschicken. Da aber laut Zoll angeblich Livias Name nicht als Empfängerin auf dem Päckli angegeben war, sondern nur der des Campingplatzes, konnten wir diesen ID-Nachweis nicht einreichen, dies hätte der Campingplatz machen müssen. Die Besitzerin des Campingplatzes war jedoch nicht bereit dazu. So blieb nur noch die Retournierung übrig. Also müssen wir nun ohne Solarpanel auskommen – zumindest bis Marokko, wo uns Sophie (Meios Oma) besuchen kommt und unser neues Solarpanel gleich mitbringt. 🙂

Nach der Zwangspause in Aguilas stürzen wir uns freudig wieder in unseren Fahralltag und geben gleich richtig Gas. In nur 6 Tagen erreichen wir Tarifa (582 km). Es sind 6 kurzweilige Tage: schöne Landschaften, viele Höhenmeter (ja, Europas Süden ist durchaus bergig, 15´150 Höhenmeter Anstieg haben wir bisher überwunden), wild campen, vorbei an Almerias Gewächshausmeer, viele Schnellstrassenkilometer (mangels sinnvollen Alternativen), unsere erste Reifenpanne und erstmals richtig schmerzende Hintern.


Bevors nun endlich nach Afrika geht, verbringen wir zwei Tage in Tarifa. Nebst Veloservice und „Hausputz“ soll auch das Vergnügen nicht zu kurz kommen: wie nehmen an einer Wal- und Delfinbeobachtungs-Tour teil. Delfine und Grindwale sind hier das ganez Jahr über anzutreffen. In den Sommermonaten halten sich ausserdem Pott,- Schwert- und Finnwale auf. Die nahrungsreichen Gewässer der Strasse von Gibraltar bewegen die Tiere dazu, sich hier aufzuhalten, oblwohl sie sonst viel befahrene Gewässer eher meiden (gut 300 Schiffe verkehren hier täglich!). Wir konnten einen Pottwal und eine Gruppe Delfine beobachten.