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Victoria Falls – Kazungla, 2.11.- 3.11.15

Von Livingstone ist es nur einen Katzensprung an die Grenze zu Zimbabwe. An der Grenze erhalten wir ein Transit-Visum für 3 Tage, das uns 30 USD pro Person kostet. Wenn man nur für einen Tag einreist, was viele Leute machen um die Victoria Falls zu besichtigen, kostet das Visum 50 USD… afrikanische Logik 🙂
Kaum fahren wir nach Victoria Falls hinein, fängt es an zu regnen. Jeh, toll – man vermisst hin halt doch irgendwann, den Regen, wenn man ihn so gar nie mehr hat 🙂 Bis wir dann aber auf dem Campingplatz des Shoestring Backpackers ankommen, hat es bereits wieder aufgehört und wir können unser Zelt im trockenen aufstellen.

Am Nachmittag schlendern wir durch den sehr touristischn Ort und besichtigen die Victoria Falls. Wir haben die Fälle schon vor gut 5 Jahren einmal besichtigt. Damals waren wir aber im Mai hier, dann bringt der Zambezi am meisten Wasser und von all der Gischt und dem Dunst der dann entsteht, konnten wir die Fälle damals eigentlich gar nicht sehen. Im November hat der Zambezi ziemlich wenig Wasser, so dass wir nochmals einen Versuch wagen – und es lohnt sich! 🙂

Am nächsten Tag ist unser Abstecher nach Zimbabwe schon wieder zu Ende. Auf der Transit-Strecke durch das Zambezi-Naturschutzgebiet radeln wir die 70 km bis Kazungula, zur botschwanischen Grenze. Unterwegs sehen wir diverse Spuren, die auf Elefanten hinweisen (Elefanten-Kot, umgeknickte Bäume). Wir halten als die Aufen offen und sind wachsam. Und tatsächlich treffen wir auf zwei Elefanten – wow so toll! Sie stehen einige Meter neben der Strasse und fressen in aller Ruhe, beinahe hätten wir sie gar nicht gesehen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie diese grauen Riesen im Gebüsch fast unsichtbar werden. In einigem Abstand wagen wir es, kurz stehen zu bleiben. Sie reagieren nicht gross auf uns, wir lassen sie aber doch bald wieder ungestört ihr Frühstück genissen.

Kurze Zeit später machen wir Rast am Strassenrand, als ein Auto anhält. Der Fahrer teilt uns mit, dass wir wohl besser aufstehen, denn ca. 6 km weiter liegen 5 Löwen neben der Strasse. Wow, shit, damit hätten wir jetzt nicht gerechnet… der Mann meint aber, sie hätten gerade was gerissen und sich satt gefressen, daher können wir schon an ihnen vorbeiradeln… super, danke, das ist ja beruhigend … ;/ Als wir noch am Strassenrand stehen und beraten, was wir nun tun sollen, kommen noch mehrere Autos vorbei, die uns alle das Gleiche mitteilen und auch alle der Ansicht sind, dass es kein Problem sein sollte an ihnen vorbei zu fahren, da die Löwen nicht mehr hungrig sind… naja, Afrikaner haben da wohl ein etwas anderes Sicherheitsgefühl, was Löwen anbelangt als wir, denn uns ist definitv nicht wohl beim Gedanken alleine mit dem Velo an einem Rudel Löwen vorbeizufahren… Wir halten also ein Auto auf, das in unserer Richtung fährt und schildern den drei jungen Männer unser Problem. Wir bitten sie um Begleitschutz für die nächsten Kilometer, so dass wie im Schutz des Autos an den Löwen vorbei können. Sie sind gleich dazu bereit und so fahren wir nun gemeinsam mit dem Auto los… Ein entgegenkommendes Polizeiauto hält an und der Polizist teilt uns mit, dass inzwischen nur noch eine Löwin neben der Strasse liegt. Auch er meint, dass wir im Schutz des Autos gut an ihr vorbei können. Also geht’s weiter…. die 6 km erscheinen uns endlos… die Löwin kommt einfach nicht in Sicht… wir wollen es endlich hinter uns bringen und werden immer nervöser… und dann endlich: da liegt sie, ganz still im Gebüsch ca. 4-5 Meter neben der Strasse… wir radeln vorbei und sie bleibt ruhig liegen und schenkt uns kaum Beachtung – zum Glück 🙂 Sie erscheint uns riesig! Das Auto begleitet uns noch etwas, die letzten 10 km bis zum Grenzposten bringen wir dann aber alleine (und recht zügig) hinter uns. Adrenalin pur! Wir brauchen etwas, bis wir realisieren, was wir gerade erlebt haben… und für uns ist klar: einmal und nie wieder, Velo-Safari ist definitiv nichts für uns! An diesem Tag diskutieren wir noch lange über das Erlebte und wie wir nun weiter machen. Es war schon toll, der Löwin vom Velo aus zu begegnen, aber einmal im Leben reicht 🙂 Wir werden also nicht quer durch Botswana runter radeln, wie wir eigentlich vor hatten, denn Botswana ist voller Nationalparks – ohne Zäune! Und wir wollen möglichst weitere unerwartete Zusammentreffen mit Simba und co. vermeiden. So werden wir also nur kurz in Botswana sein und dann ziemlich gleich nach Namibia weiterfahren.

23 Chipata – Livingstone, 14.10. – 1.11.15

Grenzübertritte mit dem Velo sind immer etwas Schönes, vorallem wenn immer alles so angenehm läuft wie bei uns. 🙂 Der Genzbeamte beim Einreiseschalter macht sich kurz etwas Sorgen, als ich ihm auf seine Nachfrage sage, dass wir bis nach Botswana radeln wollen. Es sei ein langer Weg, ob wir auch gut vorbereitet seien? Ich beruhige ihn und weise ihn darauf hin, dass wir auch schon einen langen Weg hinter uns haben. Mit einem Blick in unsere Pässe, die ja doch mittlerweile einige Stempel vorweisen können, lacht er und meint, dann sei dass ja kein Problem 🙂 So sind die Formalitäten schnell erledigt. Wir erhalten für 50 USD unser Visum, leider aber nur für einen Monat. DasVisum kann aber (angeblich gratis) in einem Immigration Office, die sich in mehrere grösseren Ortschaften befinden, verlängert werden. Nun ja, mal schauen wie dass dann läuft, falls wir Verlängern wollen/müssen.

Die Strasse nach Chipata hinein ist nagelneu, so gleiten wir die letzten 40 km bis zum Mama Rulas Campingplatz nur so dahin – zum Glück, es war ein langer Tag! Es kommt uns ganz unwirklich vor, dass wir heute morgen noch in Lilongwe waren. 🙂

 

 

Als ich schon im Schlafsack liege und Meio seine „Gute-Nacht-Zigarette“ raucht, traut er seinen Augen kaum, als zwei Velofahrende auf dem Campingplatz eintreffen. Es gibt sie also doch noch, die anderen Tourenradler 🙂 George und Penny aus Südafrika sind nach Tansania unterwegs. Von den beiden erfahren wir, dass die Strasse nach Lusaka neu gebaut wird – d.h. Baustelle auf fast 300 km! Was kilometerlange Umfahrungen auf Sand- und schlechten Schotterpisten bedeutet. Also (fast) nicht passierbar für Velofahrenden. Sie haben sich von einem Pickup mitnehmen lassen. Oje, schade, wo wir doch gerade so im Radler-Modus sind… wir wollen uns das aber trotzdem nicht antun und werden uns wohl um eine Mitfahrgelegenheit bis nach Lusaka kümmern. In Lusaka wollen wir dann ein Auto mieten und von dort den Kafue National Park besuchen.

 
Nach einem Tag Pause stehen wir nun also wieder einmal mit unseren Velos am Strassenrand und warten auf eine geeignete Mitfahrgelegenheit. Wir erwischen einen Postbus, der bis nach Lusaka fährt. Die Velos können gut verladen werden und auch wir haben noch Platz – denn der Bus ist leer! Mal was ganz Neues. 🙂 Wir machen es uns gemütlich und tuckern dahin. Einige Leute steigen noch zu und wir müssen immer mal wieder in die Ortschaften rein fahren um bei den Poststellen die Briefe abzuholen. Am frühen Nachmittag fängt dann der Bus ungewöhnlich stark an zu hüpfen – die Luftfederung funktioniert nicht mehr. Wir halten also an und die Männer kriechen unter den Bus. Auch Meio hilft tatkräftig mit und nach einer guten Stunde ist das Problem behoben. Wir fahren weiter und kommen nach 12 Stunden Fahrt (für eine Strecke von 560 km) um halb sieben in Lusaka an. Es ist bereits dunkel und wir hatten uns vorher im Bus schon überlegt, dass wir am besten gleich heute Abend noch zum Flughafen radeln und das Auto mieten. Der Buschauffeur lässt uns netterweise etwas ausserhalb des Stadtzentrums aussteigen, so dass wir „nur“ 11 km zum Flughafen radeln müssen – das erscheint uns aber immer noch angenehmer als mitten in der Stadt im Dunkeln eine Unterkunft suchen zu müssen. Nach einer knappen halben Stunde kommen wir heil am Flughafen an. Wir haben Glück, Avis hat den Schalter gerade noch geöffnet 🙂 Wir werden sehr herzlich begrüsst und keine halbe Stunde später sind wir bereits dabei die Velos auf „unseren“ Nissan Pickup zu laden. Wir fahren auf einen nahgelegenen Campingplatz, wo wir uns für diese Nacht einquartieren. Sogar die Unterbringung für die Velos auf dem Campingplatz während unseres Ausflugs in den Kafue können wir noch am selben Abend regeln. Das klappt ja alles wunderbar! 🙂

 
Bevors in den Kafue National Park geht, fahren wir nach Lusaka rein um uns mit Wasser und Essen für die nächsten Tage einzudecken. Lusaka wirkt sehr südafrikanisch mit all seinen grosse Shopping Centern, wo von Woolworth, Pick’n’Pay über Steers und HungryLion alle bekannten Supermärkte und Fast-Food-Restis vertreten sind.

 
Dann geht’s ab in die Einsamkeit des Kafue National Parks. Wir verbringen vier Tage im Park und begegnen fast keinen anderen Touristen, aber leider auch fast keinen Tieren. Die Landschaft ist sehr schön und die Campingplätze sind einfache Bush Camps ohne Zäune oder ähnliches. Man schläft also mitten im Park. In einer Nacht hören wir dann auch Hippos, einen Elefanten und einen Löwen ziemlich nah am Zelt. Am nächsten Morgen sind dann aber von den nächtlichen Diskussionen, die die drei wohl miteinander hatten, keine Spuren mehr zu sehen.

Nach fünf Tagen Auto haben wir schon wieder genug von der Fahrerei und geben das Auto viel früher zurück, als geplant. Zum Glück ist Avis so kulant und verrechnet uns dann auch nur diese Tage und nicht die ganzen neun, die wir es eigentlich reserviert hatten. Auf dem Velo ist‘s halt doch am schönsten 😉

Von Lusaka radeln wir in dann wieder in südliche Richtung – wir nähern uns bekanntem Gebiet 🙂 Bis nach Livingstone sind es noch fast 500 km. Am ersten Tag wollen wir es gleich wissen und erhöhen unseren Tagesstreckenrekord auf 178 km … denn da hat es einen Campingplatz 😉 Nach neun Stunden auf dem Velo kommen wir ziemlich groggy auf dem Moorings Camp an. Wir brauchen einen Moment um an- und runter zu kommen und merken dann, dass das für unserer Körper wohl doch etwas zu viel war, da Meio mit Übelkeit zu kämpfen hat. Nach einem Tag Pause sind wir aber wieder mehr oder weniger fit und radeln weiter.

Die Landschaft ist geprägt von weiten baumbewachsenen Ebenen und sanften Hügeln. Es ist merklich weniger dicht bevölkert als Malawi und wir haben immer mal wieder längere Abschnitte ohne Ortschaften. Wir geniessen die Ruhe. Die Menschen sind sehr freundlich. „Give-me“-Rufe hören wir kein einziges Mal. Oft sind wir bereits mittags um die 100 km geradelt, so dass wir die Nachmittage zum Entspannen und Entdecken nutzen – je nach dem wo wir übernachten. 🙂 Es hat wieder mehr touristische Infrastruktur, so dass wir doch hie und da einen Campingplatz finden. Sonst übernachten wir auch gerne mal in einem einfachen Guesthouse, in dem normalerweise eher Einheimische absteigen. So z.B. in der kleinen Stadt Zimba im „Zimba Guesthouse“. Das Zimmer ohne WC/Dusche kostet hier CHF 1.50, wir gönnen uns aber den Luxus eines eigenen Bades und müssen dafür etwas tiefer in die Tasche greifen: CHF 7.50 will der nette Besitzer dafür haben. 🙂 Wir plaudern etwas mit anderen Gästen. Offenbar hat Zimba ein gutes Krankenhaus, da wir gleich von mehreren Leuten hören, dass sie wegen eines Arztbesuches hier sind. Wir geniessen es, in Ruhe durch die total untouristische Ortschaft zu schlendern und in einem der ca. 6 kleine Restaurants, die alle Nsima (Maisbrei) mit Chicken, Beef oder Wurst anbieten, zu Mittag zu essen.

Nach fünf Tagen kommen wir in Livingstone an und machen hier ein paar Tage Pause.

 

 

 

 

 

Ressano Gracia – Vilankulos, 1.9.15 – 15.9.15

Der Grenzübertritt nach Mozambik verläuft einmal mehr problemlos. In ca. 45 min ist alles erledigt  – samt Visum besorgen und trotz mehrmaligen, stromausfallbedingten Verzögerungen. Die erste Nacht verbringen wir kurz nach der Grenze. Am nächsten Morgen radeln wir über sanfte Hügel und an kleinen Dörfern vorbei nach Maputo hinein. Nach Dakar erscheint uns Maputo vergleichsweise ruhig und übersichtlich. Wir quartieren uns hier im Fatimaˋs Backpacker ein, bis wir das Visum für Malawi organisiert haben.

Auch hier, kein Problem: bereits am nächsten Nachmittag nach der Beantragung können wir unsere Pässe wieder abholen. Allerdings kann das Visum nur in US Doller bezahlt werden (100 USD pro Person!), so dass wir erst mal noch Geldwechseln müssen.

Es ist immer wieder interessant, mit der afrikanischen „Bürokratie“ zu tun zu haben (Konsulate, Grenzposten, Zoll, Banken, Polizeikontrollen…) 🙂 Es beginnt bereits, wenn wir mit den Velos vorfahren: für das Wach- bzw. Empfangspersonal eine völlig neue Situation – wo können die Velos bloss abgestellt werden?! Grundsätzlich einmal sicher nicht dort, wo wir es für gut empfinden, so dass wir in der Regel ein, zwei mal umparkieren müssen, bis es für alle passt. Ohne seine Personalien mindestens einmal in ein grosses, dickes Buch einzutragen geht sowieso gar nichts. Computer sind keine Selbstverständlichkeit, Papier und Unterlagen stapeln sich überall. Formulare ausfüllen ist ein grosses Thema, es wird oft und gerne verlangt, zu allen möglichen Zwecken. Personal ist immer sehr zahlreich vorhanden, Arbeit hingegen nicht zwingend, so dass man sich ganz offen mit seinem Handy oder mit Zeitunglesen die Zeit vertreibt. (Nicht so wie bei uns, wo man immer noch versucht möglichst beschäftigt auszusehen 🙂 Obwohl wir die Motivation oder gar Freude an der Arbeit bei Vielen vergeblich suchten, wurden wir doch meistens anständig behandelt. Schmiergeld oder Ähnliches war nie ein Thema. So hatten wir bisher keine wirklich schlechten Erfahrungen in diese Richtung. Mit etwas Geduld und dem Bewusstsein, nicht alles verstehen zu müssen, klappt das eigentlich ganz gut 🙂

Mit einem Chapa (30-Platz-Bus) fahren wir morgens um 5:00 Uhr von Maputo los nach Tofo. Wir können direkt beim Fatimaˋs Backpacker einsteigen. Dann geht’s erst Mal zum Busbahnhof in Maputo – der Bus muss ja noch gefüllt werden. Die pure Hektik bricht aus: es wir geschrien, um Tickets und Preise diskutiert, Leute steigen aus und ein, Gepäck wird hin und her gehieft, Händler/innen mit Brot, Äpfeln, Toilettenartikeln, Schmuck, Getränken, Cashewnüssen etc. klopfen an die Fenster des Busses… eine Stunde und zwei Runden über den Busplatz später ist der Bus voll und wir fahren los. Bis wir aus Maputo draussen sind, wird nochmals fleissig ein- uns ausgestiegen, so dass wir nach fast zwei Stunden erst ca. 10 km Strecke hinter uns gebracht haben. Doch dann geht’s los, wir kommen vorwärts. Als wir an einer Tankstelle WC-Pause machen, wird festgestellt, dass wir einen Platten haben. Gut, kann gleich hier repariert werden und bald geht’s. Der Reifen hält nicht lange, bald hört man es Knallen und wir halten wieder an. Der kaputte Reifen wird abmontiert und dank Zwillingsbereifung kann ja auch ohne diesen weitergefahren werden… Als wir uns dem Ziel langsam nähern, fängt das Ein- und Aussteigen wieder an … zum Teil in 20 Metern Abstand… nach elf (!) Stunden haben wir die 500 km geschafft und erreichen Tofo.

Tofo ist bekannt fürs Tauchen und Schnorcheln. Vor einigen Jahren war Tofo noch ein winziges Fischerdorf ohne jegliche touristische Infrastruktur. Heute hat es diverse Tauchschulen und zahlreiche Backpackers, Guesthouses und Lodges, die oft illegal am Strand erbaut wurden. Der Ort selbst ist aber immer noch sehr klein. Eingekauft wird auf dem Markt, der nächste Geldautomat ist 5 km entfernt.

Wir machen eine „Ocean Safari“ (Ausflug um mit Walhaien zu Schnorcheln). Leider finden wir keine Walhaie und können daher nicht ins Wasser. Dafür sehen wir einen Buckelwal. 🙂

Nach Tofo ist unser nächster Halt Vilankulo. Dort wollen wir nochmals Schnorcheln und die Inseln des Bazaruto Archipels besuchen. Mit dem Velo geht’s also nach Inhambane, von dort mit dem Boot nach Maxixe und dann per Bus nach Vilankulo. Wir nehmen einen grossen (chinesischen) Reisebus der von Maputo kommt. Es hat noch ein bisschen Platz und wir verladen die Velos und unser Gepäck unten im Gepäcksraum. Wir steigen ein uns sehen nur Menschen und Gepäck – überall! Statt der üblichen vier Sitze pro Reihe hat dieser Bus fünf. Die Sitzplätze und der Mittelgang fallen entsprechend schmaler aus. An ein normales Durchkommen im Gang ist eh nicht zu denken, dieser ist vollgestellt mit Reis- und Mehlsäcken, Taschen, Kartonschachteln und anderen Gepäcksstücken, die auf dem Schoss der Menschen und unter den Sitzen keinen Platz mehr fanden. Wir quetschen uns irgendwie durch das Gewusel und finde zwei freie Sitzplätze. Interessant wird’s, wenns ans Aussteigen geht. Im hintersten Teil des Busses befindet sich das Gepäcklager für die grossen Stücke, sogar ein Velo ist dabei 🙂 . Man muss also durch den winzigen Gang über diverse Taschen, Kanister und Rucksäcke klettern um seine Gepäcksstücke aus dem Haufen auszugraben…. Es ist ein ständiges Gequetsche und Gedränge, zum Glück ist unser Gepäck untern drin 🙂

 

Von zwei Schweizern, die wir zufällig in Maputo trafen, wurde uns Marimba als Unterkunft in Vilankulo empfohlen. Es liegt 20 km ausserhalb von Vilankulo im Busch. Mit dem Fahrrad kommen wir da nicht hin, da eine Sandpiste nach Marimba führt. Wir wissen aber, dass das Marimba-Team ihre Gäste in Vilankulo abholt, wenn man anruft. Nun ja, wir haben ja noch immer kein Telefon… Jonas vom „Tourismus Büro“ ist dann aber so nett und ruft für uns bei Marimba an, so dass wir bald darauf abgeholt werden.
Marimba wird von Marcel und Isabel aus der Schweiz geführt. Zusammen mit ihrem Team haben sie hier im Busch ein kleines Paradies aufgebaut. Die ruhige Anlage ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Ein Spazierweg führt in 3 Minuten hinunter zum unberührten Strand. Für den Ausflug auf die Inseln wird man direkt hier am Strand abgeholt. Wir verbringen hier ein paar schöne Tage in persönlicher Atmosphäre und geniessen das gute Essen – wir entdecken unserer Vorliebe für Krebs und Fisch! 🙂

 

 

 

Nelspruit – Komantipoort, 25.8.- 31.8.15

Endlich gehts wieder mit den Velos weiter. Die mozambikanische Grenze naht – zuerst machen wir aber ganz spontan für ein paar Tage einen Abstecher in den Krüger Nationalpark. Das stand eigentlich nicht auf dem Plan, aber als wir eines Morgens in Malelane (3 km vom Gate in den Krüger) direkt an einer Autovermietung vorbeiradelten sahen wir das als Zeichen und mieteten uns ein Auto. (Ja, schon wieder 🙂 ) Wir genossen die Tage und sahen viele schöne Tiere.

Die Frau von der Autovermietung war so begeistert von unserer Veloreise, dass sie unbedingt ein Foto von uns und unseren Velos wollte. Sie konnte es kaum glauben, dass all die Taschen, die wir aus dem Auto luden, nun an unseren Velos Platz finden. 🙂 tmp_4540-20150831204751001764467373

Wir radeln weiter bis nach Komantipoort, der letzten Ortschaft vor der Grenze. Meio plagt die Angst, es könnte in Mozambik vielleicht keine Burger mehr geben, so mussen wir in Komantipoort im Wimpy einen „letzten“ Burger essen gehen. 🙂 Im Wimpy treffen wir auf Tim. Er betrachtete unsere Velos neugierig, so kamen wir ins Gespräch. Er ist selbst begeisterter Velofahrer und fährt auch mehrtägige/-wöchige Velorennen überall in Afrika – das mit 65! Zusammen mit seiner Frau Annette macht er auch gern mehrwöchige Velotouren. Erst kürzlich sind sie von Maputo (Mozambik) nach Lüderitz (Namibia) geradelt. Sonst sind die Beiden auch gern mal einige Zeit mit dem Kanu auf dem Zambezi unterwegs. Zwei richtige Abenteurer, wie es scheint. Nebst all den Reisen führen die Beiden die Bushwise Safari Lodge in Marloth Park. Tim lädt uns ein heute bei Ihnen zu übernachten. Wir sagen zu, obwohl wir 25 km (in die „falsche“ Richtung) radeln müssen um die Lodge zu erreichen. Mit einem Burger im Magen ziehen die sich ganz schön hin…. aber es lohnt sich! 🙂 Als wir ankommen empfängt uns Annette herzlich. Wir bekommen ein tolles Zimmer mit Glasfront und erfrischen uns im Pool mit Blick in den Krüger Nationalpark. Annette besteht darauf, unsere dreckige Wäsche zu waschen – da sagen wir nicht nein 🙂 Es folgt ein Sundowner-Ausfahrt an der Krüger-Park-Grenze entlang und ein herrliches Abendessen unter freiem Sternenhimmel. Auf dem Weg in unser Zimmer sehen wir eine Gruppe Zebras, die direkt vor unserer Terrasse vorbei zieht. Zebras, Giraffen, diverse Antilopen, Strausse und Warzenschweine leben hier frei in der Gegend um Marloth Park. Herzlichen Dank an Tim und Annette für einen tollen Abend und eure Gastfreundschaft!

Am nächsten Morgen werden wir von einem Angestellten der Lodge noch zur Grenze begleitet, er will auf die Velos aufpassen, solange wir drinnen die Formalitäten erledigen und das Visa holen. Anscheinend habe es hier viele Diebe… es klappt alles wunderbar und nach dem dritten Anlauf, schaffen wir es nun endlich über die Grenze nach Mozambik! 🙂

Johannesburg – Nelspruit, 13.8.-24.8.15

Der Flug verläuft angenehm ruhig. Als wir zur Gepäckausgabe laufen, sehen wir schon unsere Velos auf uns warten. Auch sie scheinen den Flug unbeschadet überstanden zu haben. Wir mieten gleich am Flughafen ein Auto und quetschen unser Gepäck und die Velos in den  kleinen Toyota. Müde checken wir im nächst besten Motel ein.

Am nächsten Tag gehts wieder voll bepackt auf Veloshop suche. Nach den Strapazen des Fluges haben unserer Velos einen Service verdient und wir wollen die kaputten Felgen ersetzen lassen. Es erscheint uns alles riesig in Johannesburg – Einkaufscentren, Autohändler, Fastfood-Läden überall, kein Gehupe auf den Strassen, die Autos blitzsauber und neu – eine total andere Welt und so gar nicht mehr „afrikanisch“. Irgendwann finden wir auch einen der drei Veloshops, deren Adresse wir vorab herausgesucht hatten. Bei CycleLab scheinen unserer Velos in guten Händen zu sein. Wir lassen die Velos dort und werden sie in ein paar Tagen, wenn wir von unserem Ausflug in die Drakensberge zurück sind, wieder abholen.

Wir quartieren uns in Graskop im Valley View Backpacker ein, wo wir im Garten zelten. Graskop ist eine kleine Ortschaft auf 1500 m.ü.M. und ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge in die Gegend um den Blyde River Canyon. Wir besichtigen verschiedene Wasserfälle, die Three Rondavels  (drei rundliche Felsformationen im Blyde River Canyon) und spazieren durch den „Rain Forest“.

Wir geniessen das angenehme, vertraute Klima hier – kein ständiges schwitzen mehr, wie im Senegal. Es ist tagsüber schön warm (ca. 23 Grad), abends kühlts dann ziemlich ab (ca. 3 Grad), es ist ja immerhin Winter hier in Südafrika. Wir sind froh, dass wir unsere Wollsocken haben. 🙂

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Nach den Tagen in Graskop geht’s zurück nach Johannesburg. Wir geben das Auto ab, holen unsere Velos und nehmen dann bald den Bus nach Nelspruit. Wir wollen nicht länger als nötig in Johannesburg bleiben. Die Häuser sind eingezäunt, eingemauert und elektrisch gesichert. Zum Teil sind Zufahrten zu Wohnquartieren mit Schranken und einem Wachmann abgeriegelt. Für die letzte Nacht in Johannesburg suchen wir uns ein Hotel im Stadtzentrum in der Nähe des Busbahnhofs. (Die anderen Nächte hatten wir in einem Motel etwas ausserhalb geschlafen.) Als wir eine Pension betreten um nach dem Preis zu fragen, kommen wir uns vor, wie im Eingangsbereich eines Gefängnisses. Nebst den üblichen Gittern beim Eingang und vor dem Schalter ist hier der Zugang zu den Zimmern gar mit einem Tor, das mittels Fingerabdruck geöffnet werden muss, gesichert… Das ist uns irgendwie too much, wirkt nicht gerade einladend… ist das wirklich nötig?? Wirklich unsicher fühlen wir uns hier eingentlich nicht, sind aber auch nur tagsüber unterwegs. Wir entscheiden uns dann aber trotzdem für ein etwas besseres Hotel (durchaus auch gesichert und bewacht, aber auf eine nicht ganz so irritierende Art) mit Dachterasse und Pool. 🙂 Es ist ausserdem noch näher am Busbahnhof, denn wir müssen morgens um 6:00 mit den Velos dahin radeln, um den Bus nach Nelspruit zu erwischen.

In Nelspruit wollen wir nun das Visum für Mozambik beantragen. Die nette Dame am Schalter will dafür aber unbedingt ein Einladungsschreiben von unserer ersten Unterkunft in Mosambik sehen. Sowas haben wir natürlich nicht. Wir versuchens dann mit einem selbstgeschriebenen Zettel – funktioniert aber nicht, sie will eine Telefonnummer um das zu überprüfen. Nun ja, man kanns ja probieren 🙂 Sie meint aber, dass wir an der Grenze auch ohne dieses Einladungschreiben ein Visum bekommen. So werden wir das Visum dann also an der Grenze besorgen. (Allenfalls mit einem echter aussehenden Einladungsschreiben im Gepäck 🙂 ) Ist uns eh recht, da wir nur ein Visum für 30 Tage erhalten, verlieren wir so nicht noch Zeit, bis wir von Nelspruit an der Grenze sind. Das heisst dann wohl wieder Busfahren in Mosambik, denn die 1800 km bis nach Malawi werden wir wohl sonst nicht in 30 Tagen schaffen. Wir wollen ja auch noch etwas schnorcheln gehen an den schönen Stränden und Inseln Mozambiks und nicht nur radeln. 🙂

 

 

 

 

Guerguerat – Nouakchott, 7.7.- 13.7.15

Um 9:00 öffnet die Grenze und wir sind bei den Ersten, die passieren. Wir reihen uns am Schalter für den Ausreisestempel ein. Leider haben wir das „fiche“ mit unseren Personalien, das für den Stempel benötigt wird, nicht ausgefüllt. Also nochmals zurück und erneut anstehen. Es geht trotzdem relativ schnell und nach einer Stunde dürfen wir bereits das „No-mans-land“ betreten. (3 km lange Piste zwischen den Grenzposten Marokko – Mauretanien, das Gebiet gehört weder Marokko noch Mauretanien und neben der Piste liegen noch viele Landminen!) Wir kommen trotz sandigen Stellen gut durch und erreichen bald den mauretanischen Grenzposten. Wir werden freundlich behandelt und nach dem wir unsere Pässe zig mal gezeigt haben und unsere Fingerabdrücke eingescannt wurden, kriegen wir den Einreisestempel und sind entlassen.

Es ist wahnsinnig heiss und mittlerweile bereits Mittag. Wir fahren nicht weit und sehen Lastwagenfahrer, die unterm Anhänger Rast machen. Es hätte auch noch Platz für uns und wir fragen, ob wir uns auch darunter legen dürfen. Selbstverständlich! Wir machen es uns gemütlich und bekommen Tee serviert.

Am Nachmittag fahren wir weiter. Es ist toll, in der Abendsonne zu fahren. Unterschlupf finden wir heute Nacht bei einem Funkantennenwärter und seinem Sohn. Wir dürfen unser Zelt neben dem Häuschen aufstellen. Es geht trotz Sand recht gut. 🙂 Zum ersten Mal ist es am Abend nicht bedeckt und wir geniessen einen herrlichen Sternenhimmel.

Euphorisch vom Sternenhimmel letzter Nacht, wollten wir auch gleich einen Sonnenaufgang sehen. Also stehen wir um 4:45 auf. Es ist noch stockfinster und das bleibt es auch bis ca. 6:00 … und selbst dann ist auf Grund des Dunstes kaum eine Sonne zu sehen … naja, das war wohl nichts. Immerhin sitzen wir so schon früh in den Sätteln. 🙂 Es wird bald schon ziemlich heiss und immer heisser. Wir kaufen in einer kleinen Boutique Wasser ein und bekommen von der Familie, die wohl auch gleich im Laden wohnt, ein traditionelles Zelt neben dem Laden zur Mittagsrast angeboten. Wir nehmen danken an und legen uns hinein. Es ist heiss und der Schweiss rinnt! Nach einger Zeit kommt der Vater der Familie und reicht mir sein Handy – die Polizei ist dran und will mit uns sprechen. Anscheinend haben sie unserer Fahrräder gesehen und wollten wissen, ob alles okey ist und wo wir heute schlafen.
Wir fahren noch etwas weiter bis ins „Örtchen“ Virage Tasiast und können da bei einem kleinen Laden übernachten. Der Mann hat sogar ein Raum für uns, so dass wir unser Zelt nicht stellen müssen. Auch heute essen wir wieder kalt zu Abend. Mit dem ständigen Wind wollen wir und das Kochen im Sand nicht antun.

Wir starten rasant in den Tag – der Wind weht von hinten 🙂 Trotzdem ist es bereits am späten Vormittag unerträglich heiss. Wir verkriechen uns unter ein Bäumchen. Es ist nur unwesentlich kühler, dank des Windes fühlen wir uns wie im Umluftbackofen. Auch das Wasser kocht fast. Wir träumen von kühlem Icetea und erinnern uns wehmütig an den Pool im Hotel in Marrakech 🙂 Etwas später kämpfen wir uns einige wenige Kilometer weiter, da soll eine kleine Boutique sein. Bald kommen ein paar Hütten und wir können da auch tatsächlich Wasser kaufen – zum Glück, allzu viel hatten wir nicht mehr. Es gibt sogar ein paar eingekühlte Flaschen Wasser, die wir gleich verputzen. Ein paar Hütten weiter fragen wir wegen einem Schafplatz – ein Pick-up steht da vor einer Hütte und wir spielen mit dem Gedanken uns damit nach Nouakchott chauffieren zu lassen. 🙂 Wir dürfen hier schlafen. Der Besitzer des Pick-ups ist noch unterwegs, soll aber bald zurückkommen. Noch vor dem Pick-up-Besitzer fährt aber die Gendarmerie vor. Wir werden ziemlich brüskt darüber aufgeklärt, dass wir auf keinen Fall hier schlafen können. Dafür kommen nur die Checkpoints der Gendarmerie in Frage. Widerrede ist ganz offensichtlich zwecklos, also verladen wir die Velos und das Gepäck auf den Pick-up der Gendarmerie und fahren mit. Zum Glück hatte wir das Zelt noch nicht aufgestellt. Am Checkpoint können wir dann zelten und in Ruhe endlich mal wieder kochen. Die anderen anwesenden Polizisten sind recht freundlich und auch unser „Retter“ wird zunehmend etwas sanfter. Wir erklären ihnen, dass wir die letzten 170 km bis nach Nouakchott eigentlich lieber nicht mehr mit dem Velo fahren wollen – es ist einfach zu heiss. Sie wollen uns morgen eine Mitfahrtgelegenheit suchen. Wir sind skeptisch.
Am nächsten Morgen packen wir zusammen und dürfen uns zu den diensthabenden Gendarmes unters Vordach des Checkpoint-Häuschens setzten, bis eine Mitfahrtgelegenheit gefunden ist. Wir sind gespannt wie lange das dauert und sind uns nicht immer ganz sicher, ob sie die Vorbeifahrenden tatsächlich fragen. Wir bekommen Tee und warten. Nach ca. zwei Stunden winken sie uns heran und wir können unser Gepäck und die Velos hinten auf einen offenen Lieferwagen laden. Auch wir nehmen gleich selbst dort platz. Super, wir freuen uns auf die Fahrt! 🙂 Kurz nach Abfahrt bekommen wir Gesellschaft: 4 Männer und ein ganzer Haufen Gepäck steigen zu.

In Nouakchott angekommen, werden wir beim beladen der Velos einmal mehr von einem Haufen Leuten und Kindern umringt. Auch ein Polizist kommt hinzu und erklärt uns den Weg ins Stadtzentrum und wo wir Geldwechseln können. Nach der relativen Einsamkeit der Wüste kommt uns Nouakchott voll und lärmig. Es herrscht ein totales Chaos auf den Strassen. Kurz nach dem wir losgefahren sind hält ein Auto der Gendarmerie neben uns. Sie wollen uns ins Zentrum begleiten, wir sollen ihnen folgen. Gut, machen wir. Als das Verkehrschaos die Polizisten blockiert, wir aber weiterfahren können, zeigen sie und nochmals den Weg. Wir fahren weiter und werden kurz darauf von einem Mann angesprochen. Die Polizei habe ihn angerufen, wir wollen Geldwechseln oder? Ja, wollen wir und machen wir dann auch. 🙂 Danach suchen wie die Auberge Menata (da nicht angeschrieben, sieht sie aus wie ein gewöhliches Wohnhaus und wir müssen zweimal fragen) und campen da.
In den nächsten Tagen kümmern wir uns um die Visas für Mali und Senegal. Beide erhalten wir problemlos und unkompliziert noch am Tag der Beantragung. In der Auberge Menata treffen wir ausserdem auf Andreas und Mareike, die mit ihrem gelben Toyota auch auf dem Weg nach Kapstadt sind. Wir verbringen nette Stunden zusammen und geniessen den Erfahrungsaustausch.