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Guerguerat – Nouakchott, 7.7.- 13.7.15

Um 9:00 öffnet die Grenze und wir sind bei den Ersten, die passieren. Wir reihen uns am Schalter für den Ausreisestempel ein. Leider haben wir das „fiche“ mit unseren Personalien, das für den Stempel benötigt wird, nicht ausgefüllt. Also nochmals zurück und erneut anstehen. Es geht trotzdem relativ schnell und nach einer Stunde dürfen wir bereits das „No-mans-land“ betreten. (3 km lange Piste zwischen den Grenzposten Marokko – Mauretanien, das Gebiet gehört weder Marokko noch Mauretanien und neben der Piste liegen noch viele Landminen!) Wir kommen trotz sandigen Stellen gut durch und erreichen bald den mauretanischen Grenzposten. Wir werden freundlich behandelt und nach dem wir unsere Pässe zig mal gezeigt haben und unsere Fingerabdrücke eingescannt wurden, kriegen wir den Einreisestempel und sind entlassen.

Es ist wahnsinnig heiss und mittlerweile bereits Mittag. Wir fahren nicht weit und sehen Lastwagenfahrer, die unterm Anhänger Rast machen. Es hätte auch noch Platz für uns und wir fragen, ob wir uns auch darunter legen dürfen. Selbstverständlich! Wir machen es uns gemütlich und bekommen Tee serviert.

Am Nachmittag fahren wir weiter. Es ist toll, in der Abendsonne zu fahren. Unterschlupf finden wir heute Nacht bei einem Funkantennenwärter und seinem Sohn. Wir dürfen unser Zelt neben dem Häuschen aufstellen. Es geht trotz Sand recht gut. 🙂 Zum ersten Mal ist es am Abend nicht bedeckt und wir geniessen einen herrlichen Sternenhimmel.

Euphorisch vom Sternenhimmel letzter Nacht, wollten wir auch gleich einen Sonnenaufgang sehen. Also stehen wir um 4:45 auf. Es ist noch stockfinster und das bleibt es auch bis ca. 6:00 … und selbst dann ist auf Grund des Dunstes kaum eine Sonne zu sehen … naja, das war wohl nichts. Immerhin sitzen wir so schon früh in den Sätteln. 🙂 Es wird bald schon ziemlich heiss und immer heisser. Wir kaufen in einer kleinen Boutique Wasser ein und bekommen von der Familie, die wohl auch gleich im Laden wohnt, ein traditionelles Zelt neben dem Laden zur Mittagsrast angeboten. Wir nehmen danken an und legen uns hinein. Es ist heiss und der Schweiss rinnt! Nach einger Zeit kommt der Vater der Familie und reicht mir sein Handy – die Polizei ist dran und will mit uns sprechen. Anscheinend haben sie unserer Fahrräder gesehen und wollten wissen, ob alles okey ist und wo wir heute schlafen.
Wir fahren noch etwas weiter bis ins „Örtchen“ Virage Tasiast und können da bei einem kleinen Laden übernachten. Der Mann hat sogar ein Raum für uns, so dass wir unser Zelt nicht stellen müssen. Auch heute essen wir wieder kalt zu Abend. Mit dem ständigen Wind wollen wir und das Kochen im Sand nicht antun.

Wir starten rasant in den Tag – der Wind weht von hinten 🙂 Trotzdem ist es bereits am späten Vormittag unerträglich heiss. Wir verkriechen uns unter ein Bäumchen. Es ist nur unwesentlich kühler, dank des Windes fühlen wir uns wie im Umluftbackofen. Auch das Wasser kocht fast. Wir träumen von kühlem Icetea und erinnern uns wehmütig an den Pool im Hotel in Marrakech 🙂 Etwas später kämpfen wir uns einige wenige Kilometer weiter, da soll eine kleine Boutique sein. Bald kommen ein paar Hütten und wir können da auch tatsächlich Wasser kaufen – zum Glück, allzu viel hatten wir nicht mehr. Es gibt sogar ein paar eingekühlte Flaschen Wasser, die wir gleich verputzen. Ein paar Hütten weiter fragen wir wegen einem Schafplatz – ein Pick-up steht da vor einer Hütte und wir spielen mit dem Gedanken uns damit nach Nouakchott chauffieren zu lassen. 🙂 Wir dürfen hier schlafen. Der Besitzer des Pick-ups ist noch unterwegs, soll aber bald zurückkommen. Noch vor dem Pick-up-Besitzer fährt aber die Gendarmerie vor. Wir werden ziemlich brüskt darüber aufgeklärt, dass wir auf keinen Fall hier schlafen können. Dafür kommen nur die Checkpoints der Gendarmerie in Frage. Widerrede ist ganz offensichtlich zwecklos, also verladen wir die Velos und das Gepäck auf den Pick-up der Gendarmerie und fahren mit. Zum Glück hatte wir das Zelt noch nicht aufgestellt. Am Checkpoint können wir dann zelten und in Ruhe endlich mal wieder kochen. Die anderen anwesenden Polizisten sind recht freundlich und auch unser „Retter“ wird zunehmend etwas sanfter. Wir erklären ihnen, dass wir die letzten 170 km bis nach Nouakchott eigentlich lieber nicht mehr mit dem Velo fahren wollen – es ist einfach zu heiss. Sie wollen uns morgen eine Mitfahrtgelegenheit suchen. Wir sind skeptisch.
Am nächsten Morgen packen wir zusammen und dürfen uns zu den diensthabenden Gendarmes unters Vordach des Checkpoint-Häuschens setzten, bis eine Mitfahrtgelegenheit gefunden ist. Wir sind gespannt wie lange das dauert und sind uns nicht immer ganz sicher, ob sie die Vorbeifahrenden tatsächlich fragen. Wir bekommen Tee und warten. Nach ca. zwei Stunden winken sie uns heran und wir können unser Gepäck und die Velos hinten auf einen offenen Lieferwagen laden. Auch wir nehmen gleich selbst dort platz. Super, wir freuen uns auf die Fahrt! 🙂 Kurz nach Abfahrt bekommen wir Gesellschaft: 4 Männer und ein ganzer Haufen Gepäck steigen zu.

In Nouakchott angekommen, werden wir beim beladen der Velos einmal mehr von einem Haufen Leuten und Kindern umringt. Auch ein Polizist kommt hinzu und erklärt uns den Weg ins Stadtzentrum und wo wir Geldwechseln können. Nach der relativen Einsamkeit der Wüste kommt uns Nouakchott voll und lärmig. Es herrscht ein totales Chaos auf den Strassen. Kurz nach dem wir losgefahren sind hält ein Auto der Gendarmerie neben uns. Sie wollen uns ins Zentrum begleiten, wir sollen ihnen folgen. Gut, machen wir. Als das Verkehrschaos die Polizisten blockiert, wir aber weiterfahren können, zeigen sie und nochmals den Weg. Wir fahren weiter und werden kurz darauf von einem Mann angesprochen. Die Polizei habe ihn angerufen, wir wollen Geldwechseln oder? Ja, wollen wir und machen wir dann auch. 🙂 Danach suchen wie die Auberge Menata (da nicht angeschrieben, sieht sie aus wie ein gewöhliches Wohnhaus und wir müssen zweimal fragen) und campen da.
In den nächsten Tagen kümmern wir uns um die Visas für Mali und Senegal. Beide erhalten wir problemlos und unkompliziert noch am Tag der Beantragung. In der Auberge Menata treffen wir ausserdem auf Andreas und Mareike, die mit ihrem gelben Toyota auch auf dem Weg nach Kapstadt sind. Wir verbringen nette Stunden zusammen und geniessen den Erfahrungsaustausch.

 

 

 

 

 

 

 

 

El Ouatia – Guergarat, 2.7. – 6.7.15

Von El Ouatia gehts ab durch die Wüste. Gleich am ersten Tag fahren wir an ersten Sanddünen und schönen Lagunen vorbei und sehen Kamele. Unterkunft finden wir bei Mohammed in seiner Strassenräumstation (mit seinem Radlader befreit er die Strasse vom Sand.) Wir verständigen uns mit Händen und Füssen und es wird ein netter Abend. Wir essen gemeinsam zu Abend (Milchbrei, Datteln und Brot von Mohammed, Kekse und Früchte von uns) und trinken Tee.

Von Tarfaya nehmen wir den Bus nach Layoune, wo wir am Abend einen weiteren Bus nach Dakhla nehmen. Da ja wie bereits bekannt keine Cafes offen habe (Ramadan), legen wir uns in einem Park ins Gras (!) bis wir verscheucht werden und verbringen den Rest des Tages auf dem Gehsteig im Schatten sitzend. Am späten Nachmittag öffnen dann die ersten Cafes. Gegen 21:00 machen wir uns auf zum Busbahnhof, der Bus fährt ja um 21:45 und das Gepäck muss noch aufgegeben werden. Es ist ein totales Gewussel und es hat viele (aufdringliche) bettelnde Kinder. Als unser Bus dann kurz nach 23:00 kommt, sind wir froh, dass das Einladen der Velos gut funktioniert. Wir machen es uns in einem halbvollen Bus für die Nacht gemütlich und werden „nur“ 6x geweckt, da die Polizisten an den Kontrollposten unsere Pässe sehen wollen. Am Morgen kommen wir in Dakhla an und werden von starkem Wind begrüsst, der uns den ganzen Abfall um die Füsse weht. Wir quartieren uns im netten Hotel Bouloutard ein und bleiben zwei Tage.
Erneut mit dem Bus gehts ab zur Grenze nach Guerguerat. Der Bus fährt erst um 21:00, so dass wir dann morgens um 3:00 – nach einer äusserst rasanten Fahrt – direkt vor dem Grenztor den Bus verlassen. Wir finden im Hotel Borders ein Plätzchen in einem Mehrbettzimmer für den Rest der Nacht.